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Gesundheit

Wissen heute mehr denn je

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 17, 2026
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Wissen heute mehr denn je

Fast jede zweite Erkrankung vermeidbar

Demenz und Alzheimer vorbeugen: WHO gibt neue Empfehlungen


17.07.2026 – 13:55 UhrLesedauer: 3 Min.

Mit der Familie oder allein: Spiele, Rätsel und Lesen sind ein wichtiger Demenzschutz.Vergrößern des Bildes

Mit der Familie oder allein: Spiele, Rätsel und Lesen sind ein wichtiger Schutz vor Demenz. (Quelle: Daniel Balakov/getty-images-bilder)

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Demenz gilt als unheilbar. Doch die neuen WHO-Leitlinien zeigen nun noch umfassender, welche Maßnahmen das Gehirn langfristig schützen können – und welche verbreiteten Annahmen unbelegt sind.

Weltweit leben mehr als 57 Millionen Menschen mit Demenz. Und jedes Jahr kommen fast zehn Millionen Neuerkrankungen hinzu. Die Alzheimer-Krankheit ist dabei mit einem Anteil von 60 bis 70 Prozent die häufigste Form. Und weil die Erkrankungen bislang immer noch unheilbar sind, ist eine Prävention essenziell.

Aus diesem Grund hat die WHO ihre Leitlinie zur Vorbeugung von geistigem Abbau und Demenz mit den neuesten Erkenntnissen aus der Wissenschaft aktualisiert. Demnach lassen sich bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos auf beeinflussbare Faktoren zurückführen – etwa Rauchen, Bewegungsmangel, Bluthochdruck oder soziale Isolation. Ziel der neuen Empfehlungen ist es, diese Risiken möglichst früh im Leben zu verringern.

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO, erklärt in einer Pressemeldung: „Wir wissen heute mehr denn je darüber, was das Demenzrisiko beeinflusst, und diese Leitlinien setzen dieses Wissen in die Praxis um.“

Demenz beginnt oft Jahrzehnte vor den ersten Symptomen

Eine Demenz entsteht nicht plötzlich, sondern entwickelt sich meist über viele Jahre. Dabei schädigen verschiedene Gewohnheiten, aber auch Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes das Gehirn.
Betroffene verlieren nach und nach ihr Gedächtnis, ihre Denkfähigkeit und ihre Selbstständigkeit. Anders als häufig angenommen, gehört Demenz nicht zwangsläufig zum normalen Altern.

Das empfiehlt die WHO jetzt

Wichtig: Viele Empfehlungen aus der ersten Leitlinie von 2019 bleiben bestehen. Neu hinzugekommen sind jedoch mehrere Bereiche, für die inzwischen genügend wissenschaftliche Belege vorliegen. Zu den wichtigsten Empfehlungen gehören weiterhin:

  • regelmäßig körperlich aktiv sein
  • nicht rauchen
  • Alkohol möglichst reduzieren
  • sich ausgewogen ernähren
  • geistig aktiv bleiben, etwa durch Lesen, Rätsel oder neue Lerninhalte
  • soziale Kontakte pflegen und Einsamkeit vermeiden
  • Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und erhöhte Cholesterinwerte konsequent behandeln
  • Hörgeräte bei Hörverlust nutzen
  • Belastung durch Luftverschmutzung möglichst verringern
  • Ringe und Knötchen: Was die Augen über Cholesterinwerte verraten
  • Ähnlich wirksam wie Sport? Ätherisches Öl hilft bei Bluthochdruck

Was sich gegenüber 2019 geändert hat

Die überarbeitete Leitlinie enthält mehrere wichtige Neuerungen. Erstmals empfiehlt die WHO ausdrücklich geistige Anregung im Alltag. Dazu zählen nicht nur spezielle Gedächtnistrainings, sondern auch alltägliche Aktivitäten wie Lesen, Rätsel- oder Gesellschaftsspiele oder das Erlernen neuer Fähigkeiten. Auch soziale Aktivitäten erhalten nun erstmals eine eigene Empfehlung, nachdem dafür inzwischen mehr wissenschaftliche Daten vorliegen.

Neu aufgenommen wurde außerdem Luftverschmutzung als Risikofaktor. Die WHO empfiehlt, die Belastung durch Feinstaub und andere Schadstoffe möglichst zu reduzieren, weil sie offenbar ebenfalls zum Demenzrisiko beiträgt.

  • Feinstaub und Stickstoffdioxid: Warum schlechte Luft gerade für Ältere riskant ist
  • Studie zeigt: Migräne hängt mit Luftverschmutzung zusammen

Neu ist zudem die Empfehlung, mehrere Maßnahmen miteinander zu kombinieren. Das bedeutet: Statt nur einen Risikofaktor anzugehen, sollen Bewegung, Ernährung, geistige Aktivität und die Behandlung von Erkrankungen gemeinsam verbessert werden. Für diesen ganzheitlichen Ansatz sieht die WHO inzwischen die überzeugendste wissenschaftliche Grundlage.

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