„Verschärft Situation“
Alkoholsteuer soll steigen – Kölner Brauer in Sorge
29.04.2026 – 14:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Wird das Kölsch bald teurer? Die Bundesregierung plant eine Erhöhung der Alkoholsteuer. Derzeit stehen die Kölner Brauer unter erheblichem Druck.
Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch die Eckwerte des Haushalts 2027 beschließen – und dabei auch neue Abgaben auf den Weg bringen. Neben einer Plastik- und Zuckerabgabe sollen auch Alkohol- und Tabaksteuer steigen. Für die Kölner Brauereien ist das ein Alarmsignal.
Christian Kremer, Geschäftsführer des Kölner Brauerei-Verbands, kritisiert die Pläne scharf. Der Kölner Lokalredaktion von t-online sagte er am Mittwoch: „Eine Erhöhung der Alkoholsteuer entfaltet aus unserer Sicht keine echte Lenkungswirkung und belastet vor allem die große Mehrheit, die Kölsch bewusst und verantwortungsvoll genießt.“
Zudem sei eine höhere Steuer kein „evidenzbasiertes Instrument zur Bekämpfung von Alkoholabhängigkeit“ – stattdessen setze sein Verband auf Aufklärung und Prävention im Kampf gegen die Alkoholsucht. Die durch die Steuererhöhung erwarteten Mehreinnahmen sollen zur Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherungen, die derzeit ein Milliardenloch im Bundeshaushalt verursachen.
Ob im Zuge einer Alkoholsteuererhöhung auch die Biersteuer, die auf das Kölsch anfällt, erhöht wird, ist derzeit noch offen. Ebenso offen ist, wann die Steuererhöhung durchgesetzt werden könnte – wenn überhaupt.
Derzeit fallen für eine 0,5-Liter-Flasche handelsübliches Bier lediglich rund vier Cent Biersteuer an – berechnet nach der sogenannten Stammwürze, die den Alkoholgehalt bestimmt. Laut Kremer stehen die Kölner Brauereien derzeit unter Druck. Ein insgesamt rückläufiger Absatz, die gedämpfte Konsumstimmung im Land sowie deutlich gestiegene Kosten für Energie, Rohstoffe und Logistik trüben demnach die Stimmung.
Auch die geopolitische Lage – insbesondere der Konflikt im Nahen Osten – sorge für zusätzliche Unsicherheit bei den Energiepreisen. „Die Kostenbelastung ist bereits seit Jahren hoch, und jede weitere finanzielle Belastung verschärft die Situation zusätzlich“, so Kremer.
Dennoch will der Verbandsgeschäftsführer nicht Schwarz sehen: Die Kölsch-Brauereien hätten mit ihren „überwiegend handwerklichen und mittelständischen Unternehmensstrukturen“ in der Vergangenheit immer wieder Krisenresilienz bewiesen – und er sei zuversichtlich, auch diese Herausforderung zu bewältigen.