Für 2028 erwarten Analysten Investitionen von rund 930 Milliarden US-Dollar. „Diese Investitionen ziehen über die Zulieferkette den gesamten Markt nach oben“, sagt Urban.
Konsum, ETF-Sparpläne und Aktienrückkäufe sichern Stabilität
Nach Einschätzung von Urban ist diese Entwicklung auch politisch gewollt. US-Präsident Donald Trump betrachte die Entwicklung der amerikanischen Börsen als wichtigen Erfolgsmaßstab seiner Präsidentschaft. Vor den Zwischenwahlen im November werde er deshalb alles daransetzen, einen größeren Kurseinbruch zu verhindern.
Unterstützung komme zudem von der US-Notenbank Fed. Zwar habe sie die Inflation weiterhin im Blick. Höhere Zinsen würden jedoch zugleich die ohnehin hohe Zinslast des US-Bundeshaushalts weiter erhöhen, so Urban.
Zusätzlich stabilisiert der private Konsum die US-Wirtschaft. Amerikanische Verbraucher geben nach wie vor rund 93 Prozent ihres verfügbaren Einkommens direkt wieder aus und halten damit die Konjunktur in Gang.
Hinzu kommen mehrere langfristige Faktoren. ETFs (börsengehandelte Indexfonds), Pensionskassen und Sparpläne investieren unabhängig von der aktuellen Nachrichtenlage jeden Monat Milliardenbeträge in den Aktienmarkt. Gleichzeitig kaufen viele US-Unternehmen eigene Aktien zurück. Dadurch sinkt die Zahl der frei handelbaren Aktien, was die Kurse zusätzlich stützen kann.
Nach Einschätzung von Urban wäre für einen nachhaltigen Börseneinbruch eine breite Welle von Verkäufen notwendig. Eine solche Entwicklung sei derzeit jedoch nicht erkennbar.

Hohe Erwartungen bleiben das größte Risiko
Trotz der positiven Entwicklung gibt es Risiken. Börsen funktionieren nur, wenn ausreichend Liquidität vorhanden ist – also genügend Kapital für den Handel zur Verfügung steht. Urban weist darauf hin, dass Technologie-Schwergewichte wie SpaceX, Meta oder Alphabet für ihre milliardenschweren KI-Investitionen immer wieder frisches Kapital benötigen, das sie sich über die Börse beschaffen.










