Qualität und Stabilität
Blue Chips: Diese Aktien sind besonders viel wert
Aktualisiert am 24.07.2026 – 07:26 UhrLesedauer: 5 Min.

Die Wall Street steht für den Aufschwung der 1920er Jahre in den USA. Darum sind diese besonders wertvollen Blue-Chip-Aktien bis heute begehrt. Wichtige Fragen und Antworten.
Die Boomphase der 1920er Jahre wird auch als „Roaring Twenties“ (Die goldenen Zwanziger) bezeichnet – eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs und Optimismus in den USA. Zum ersten Mal in der Geschichte beteiligten sich breite Bevölkerungsschichten am Aktienhandel. Es herrschte eine regelrechte Goldgräberstimmung. Viele Anleger kauften Aktien auf Kredit in der Hoffnung auf schnelle Gewinne.
Oft blieben die Börsen bis spät in die Nacht geöffnet, weil die Nachfrage nach Kursinformationen so groß war, dass die Nachrichtenticker oft hinterherhinkten. Die Börse war ein gesellschaftlicher Treffpunkt, an dem Geschäftsleute, Prominente und Politiker ein und aus gingen. Die Wall Street wurde zum Symbol für Reichtum und wirtschaftliche Macht. Erfolgreiche Börsenhändler genossen hohes gesellschaftliches Ansehen.
Trotz der außergewöhnlichen Euphorie und Dynamik war der Aktienhandel ein riskantes Geschäft. Viele Anleger verloren durch spekulative Geschäfte ihr gesamtes Vermögen. Doch schon in dieser Zeit kristallisierten sich sogenannte Blue-Chip-Aktien heraus, die allerdings erst später so genannt wurden. Was hat es mit diesen Blue Chips auf sich? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Woher stammt der Name „Blue Chip“?
Wahrscheinlich wurde der Begriff „Blue Chip“ im Jahr 1923 vom Pokerspiel auf den Aktienmarkt übertragen und geht auf den Dow-Jones-Mitarbeiter Oliver Gingold zurück. Im Pokerspiel haben die blauen Jetons den höchsten Wert unter den Spielchips.
Gingold habe angeblich beobachtet, dass bestimmte Aktien zuverlässig über 200 Dollar pro Stück gehandelt wurden und bezeichnete sie in Anlehnung an die hochwertigsten und teuersten Jetons im Spielcasino als „Blue Chips“. Der Name impliziert also Qualität, Stabilität und einen hohen Wert.
Die Analogie zum Pokerspiel unterstreicht, dass diese Aktien also besonders wertvoll und begehrt sind. Seitdem hat sich der Begriff „Blue Chip“ als feststehender Ausdruck für Aktien großer, etablierter und finanziell solider Unternehmen durchgesetzt.
Wie viel sind Blue-Chip-Unternehmen wert?
Der Börsenwert von Blue Chips ergibt sich aus deren Marktkapitalisierung, auch Börsenwert genannt. Die Marktkapitalisierung berechnet man, indem man den aktuellen Aktienkurs mit der Anzahl aller frei handelbaren Aktien multipliziert.
Da Aktienkurse schwanken, ändert sich auch der Börsenwert täglich. Einen festen Schwellenwert für die Marktkapitalisierung von Blue Chips gibt es nicht. Ein allgemein akzeptierter Richtwert ist aber eine Marktkapitalisierung von zehn Milliarden US-Dollar.

Was sind Pennystocks?
Am entgegengesetzten Ende des Anlagespektrums befindet sich der sogenannte Pennystock. In Europa sind das in der Regel Unternehmen, deren Aktien für weniger als 1 Euro gehandelt werden und die eine Marktkapitalisierung von weniger als 100 Millionen Euro aufweisen. Beide Bedingungen müssen erfüllt sein, um als Pennystock eingestuft zu werden.
Was sind die Merkmale von Blue-Chip-Unternehmen?
Blue-Chip-Unternehmen zeichnen sich durch folgende Charakteristika aus:
- Hohe Marktkapitalisierung, oft über zehn Milliarden US-Dollar
- Langjährige erfolgreiche Unternehmensgeschichte
- Starke Marktposition und hoher Bekanntheitsgrad, meist „Global Player“
- Hohe Umsätze, solide Bilanz mit gesunden Finanzkennzahlen
- Regelmäßige Dividendenzahlungen
- Notierung in renommierten Aktienindizes wie Dax, Dow Jones, S&P 500 oder Nasdaq 100










