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Home » Über 100.000 Kunden betroffen: Deutscher Versicherer verliert Lizenz
Wirtschaft

Über 100.000 Kunden betroffen: Deutscher Versicherer verliert Lizenz

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 24, 2026
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Über 100.000 Kunden betroffen: Deutscher Versicherer verliert Lizenz

Finanzaufsicht entzieht Lizenz

120.000 Kunden: Deutscher Versicherer wird abgewickelt


Aktualisiert am 24.07.2026 – 12:16 UhrLesedauer: 2 Min.

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Laterne auf einem Grab (Symbolbild): Mit einer Sterbegeldversicherung kann man die Bestattungskosten absichern. (Quelle: IMAGO/Gerd Harder/imago)

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Die Bafin entzieht einer der größten Sterbekassen die Lizenz. Die Versicherten müssen sich jetzt auf finanzielle Einschnitte einstellen.

Aus für einen Versicherer: Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat dem Bochumer Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (BVaG) die Erlaubnis entzogen. Dies geht aus einer Mitteilung der Bafin hervor.

Der Versicherer, der sich auf Sterbegeldversicherungen spezialisiert hat, darf durch den Entzug der Erlaubnis keine neuen Versicherungsverträge mehr abschließen. Bereits abgeschlossene Verträge dürfen zudem weder erhöht noch verlängert werden.

Versicherer verhebt sich mit Immobilieninvestments

Die Bafin begründete den drastischen Schritt mit einem Fehlbetrag in der aktuellen Bilanz des Versicherers, der nicht durch Eigenkapital gedeckt sei. Durch diesen könne der Versicherungsverein die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestkapitalanforderungen nicht mehr erfüllen.

Versicherungen versprechen ihren Kunden, im Schadensfall zu zahlen – oft erst in vielen Jahren. Um diese Versprechen halten zu können, müssen Versicherer einen finanziellen Puffer nachweisen können. Reißt der Versicherer die hier geltende festgeschriebene Mindestanforderung, schreitet die Finanzaufsicht ein. Laut Bafin hatte sich der Bochumer Versicherer mit Immobilieninvestments verhoben und wird nun abgewickelt.

Leistungseinschränkungen möglich

Der Versicherer hat nach eigenen Angaben rund 120.000 Mitglieder. Deren Verträge werden zwar fortgeführt, allerdings müssen diese sich eventuell auf Leistungseinschränkungen gefasst machen. Das heißt: Die vertraglich vereinbarten Auszahlungen durch den Versicherer können geringer ausfallen.

Bei Sterbeversicherungen handelt es sich um Lebensversicherungen, die im Todesfall eine festgelegte Summe an die Hinterbliebenen auszahlen – zweckgebunden für die Bestattungskosten. Die Versicherungssumme liegt hierbei in der Regel zwischen 3.000 und 15.000 Euro. Dafür zahlen die Versicherungsnehmer monatlich eine festgelegte Prämie, die je nach Alter beim Versicherungsabschluss unterschiedlich hoch ausfallen kann.

Große Verbreitung im Ruhrgebiet

Sterbekassen sind vor allem im Ruhrgebiet stark verankert – ihre Wurzeln liegen in der Kohle- und Stahlindustrie. Beschäftigte gründeten vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts diese Kassen, um aufgrund der oftmals gefährlichen Arbeit die eigenen Beerdigungskosten absichern zu können.

Neben der Vorsorgekasse Hoesch zählt der Bochumer Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit zu den größten Sterbekassen hierzulande. Er hatte in den vergangenen Jahren viele kleinere Sterbekassen übernommen, darunter die „Notgemeinschaft Zeche Hugo“, die „Begräbnishilfe Berghofen“ und die „Allgemeine Sterbekasse Duisburg Oberhausen“.

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