Bei Symptomen rechtzeitig reagieren
Verdacht auf Borreliose? Wann Sie zum Arzt gehen sollten
Aktualisiert am 28.07.2026 – 18:27 UhrLesedauer: 3 Min.
Nicht jeder Zeckenstich führt zwangsläufig zu Borreliose. Bei welchen Symptomen es empfehlenswert ist, zum Arzt zu gehen, erfahren Sie hier.
Inhaltsverzeichnis
- Woran ist eine Borreliose zu erkennen?
- Borreliose: Wann zum Arzt?
Borreliose ist eine Erkrankung, die nach einem Zeckenstich auftreten kann. Sie wird durch bestimmte Bakterien (Borrelien) verursacht, die manche Zecken in sich tragen und die beim Stich auf den Menschen übergehen können.
Da die Borreliose unangenehme und mitunter ernste Beschwerden hervorrufen kann, machen sich viele Menschen nach einem Zeckenstich Sorgen oder verfallen gar in Panik. Anlass dafür besteht in vielen Fällen nicht. Hierzulande zieht nur ein kleiner Teil der Zeckenstiche eine Borreliose nach sich. Wenn eine Zecke Borrelien in sich trägt, was keineswegs immer der Fall ist, werden die Erreger beim Stechen nicht sofort auf die betroffene Person übertragen. Das passiert in der Regel erst nach mehreren Stunden des Saugens.
Darum ist es sinnvoll, den Körper im Sommer nach jedem Aufenthalt in der Natur gründlich nach Zecken abzusuchen. Wird eine Zecke frühzeitig entfernt, ist das Risiko einer Infektion mit Borrelien sehr gering.
Übrigens: Oftmals ist von einem „Zeckenbiss“ die Rede, was aus wissenschaftlicher Sicht aber nicht stimmt. Zecken beißen nicht, sondern stechen.
Woran ist eine Borreliose zu erkennen?
Eine beginnende Borreliose macht sich in vielen Fällen durch eine charakteristische Hautveränderung bemerkbar: die sogenannte Wanderröte. Das ist eine in der Regel mehr als fünf Zentimeter große, ringförmige Hautrötung, die sich nach außen hin ausbreitet.
Die Wanderröte ist klar von der juckenden Rötung zu unterscheiden, die unmittelbar nach einem Zeckenstich im Bereich der Einstichstelle zu sehen sein kann. Bei dieser harmlosen Rötung handelt es sich um eine akute Hautreaktion auf den Stich, welche meist rasch von selbst abklingt.
Die Wanderröte hingegen tritt typischerweise erst drei bis 30 Tage nach dem Stich in Erscheinung. Für gewöhnlich bildet sie sich an der Einstichstelle. In manchen Fällen tritt sie jedoch auch woanders am Körper auf, beispielsweise am Kopf oder Hals.
Die Wanderröte entwickelt sich bei vielen, aber nicht allen Infizierten. Sie ist das erste Symptom der Borreliose. Ein anderes frühes Anzeichen sind grippeähnliche Beschwerden wie leichtes Fieber und Abgeschlagenheit. Bei manchen Betroffenen äußert sich der Beginn der Erkrankung sowohl durch die Wanderröte als auch durch Grippesymptome.
Unbehandelt kann die Borreliose fortschreiten und auf andere Organe übergehen, zum Beispiel auf das Nervensystem oder die Gelenke, in seltenen Fällen auch auf das Herz. Zudem können sich die Erreger in der Haut ausbreiten, was sich durch größer werdende rote Flecken an verschiedenen Körperstellen zeigen kann.
Ein weiteres mögliches, aber seltenes Hautsymptom der Borreliose ist eine rot-bläuliche, feste, knotenförmige Schwellung an Ohrläppchen, einer Brustwarze oder im Intimbereich. Diese kann bereits in den ersten Wochen auftreten. Im späteren Verlauf können sich dann mehrere solcher Hautknoten entwickeln. Ärztinnen und Ärzte sprechen von Lymphozytomen.











