So lebt er heute mit 60
Bundesliga-Ikone schoss den HSV in die Champions League
07.10.2026 – 16:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Zweimal wurde der Stürmer Torschützenkönig der Bundesliga. Den HSV schoss er in die Champions League. Was wurde aus Anthony Yeboah?
Kaum ein Stürmer der Bundesliga war in den 1990er Jahren so torgefährlich wie Anthony Yeboah. 92 Mal traf der Ghanaer in diesem Jahrzehnt ins Netz, noch besser waren nur Stéphane Chapuisat und Ulf Kirsten. 1993 und 1994 sicherte sich Yeboah, damals noch für Eintracht Frankfurt, die Torjägerkanone. Nicht nur am Main gewann man den am 6. Juni 1966 in Kumasi geborenen Stürmer in dieser Zeit lieb.
Denn auch in Hamburg wurde Yeboah zum Publikumsliebling. Mehr als vier Jahre verbrachte er an der Elbe, absolvierte 121 Spiele und schoss 35 Tore. Besonders zwischen 1998 und 2000 lief er noch einmal zur Höchstform auf. Einmal rettete Yeboah sogar seinem Trainer den Job.
Trainer Pagelsdorf weint wegen Yeboah-Tor
Im März 1998 lag der HSV nur einen Punkt vor einem Abstiegsplatz. Im wichtigen Derby gegen Werder Bremen brauchte Trainer Frank Pagelsdorf einen Sieg, um seinen Job nicht zu gefährden. Bis zur 90. Minute stand es 1:1. Dann schlug Anthony Yeboah zu und sicherte dem HSV den Derbysieg. Fast sechs Monate hatte er zuvor kein Tor erzielt. Trainer Frank Pagelsdorf stand unter Druck; nach dem Abpfiff fielen sich beide in die Arme, hatten Tränen in den Augen. Yeboahs Treffer brachte dem HSV Luft – und seinem Trainer Zeit.
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Der Stürmer zeigte wieder, was ihn zu Frankfurter Zeiten so besonders machten. Wenn er fit war, war er mit seiner Physis kaum aufzuhalten, trotzdem hatte er bei aller Körperlichkeit auch einen Sinn für Leichtigkeit und Ballzauberei. Mit Uwe Bein und Jay-Jay Okocha prägte Yeboah den offensiven „Fußball 2000“ der Eintracht.

Beim HSV kam der Torjäger nach dem wichtigen Derbytreffer immer besser in Form. In der Saison 1998/99 erzielte er 14 Ligatore, ein Jahr später traf er neunmal, bereitete noch sieben Treffer vor und half dem HSV damit auf Platz drei – nach 17 Jahren kehrte der Verein zurück in die Champions League.
Das macht Ex-HSV-Stürmer Anthony Yeboah heute
Auch beim bis heute legendären 4:4 gegen Juventus Turin stand Yeboah auf dem Platz. Er traf nach 17 Minuten zum 1:1. Beim 3:1-Sieg des HSV im Rückspiel erzielte der damals 34-Jährige das 2:0. Es war der letzte Höhepunkt einer erfolgreichen Laufbahn: Ab dem Winter 2000/2001 fiel Yeboah immer öfter aus. Im September 2001 bestritt Yeboah sein 223. und letztes Bundesligaspiel. Anschließend wechselte er für ein halbes Jahr nach Katar und beendete dort im Sommer 2002 seine Karriere.
Später kehrte Yeboah nach Ghana zurück und eröffnete zwei Hotels. Zudem war er als Spielerberater tätig und führte den Klub Bechem Chelsea drei Jahre lang als Präsident. Als Markenbotschafter ist Yeboah bis heute immer wieder für Eintracht Frankfurt unterwegs. Den Fußballverband Ghanas unterstützt er als Berater. Ein Jahr lang arbeitete der Stürmer auch als Scout für den HSV. Heute, mit 60 Jahren, lebt er weiterhin in seinem Heimatland.