Bei der Tour de France
Teamkollege geht auf deutschen Radstar los: „Ich war wütend“
Aktualisiert am 10.07.2026 – 12:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Florian Lipowitz fährt auch in diesem Jahr bei der Tour de France vorne mit. Doch für den deutschen Radsportler gibt es aktuell Ärger.
Bei der Tour de France hat Remco Evenepoel seinen Teamkollegen Florian Lipowitz öffentlich kritisiert. Der belgische Doppel-Olympiasieger warf dem Deutschen vor, ihm beim Zielsprint der sechsten Etappe in Gavarnie-Gèdre keinen Lead-out gegeben zu haben – obwohl er selbst bei der Katalonien-Rundfahrt für Lipowitz gearbeitet hatte. Bei einem Lead-out handelt es sich um eine Formation, bei der ein Fahrer vorneweg fährt, um seinem Teamkollegen Windschatten zu ermöglichen, sodass dieser dann mit höchstmöglicher Geschwindigkeit vorbeiziehen und ins Ziel fahren kann.
Beim belgischen Portal „Sporza“ sagte Evenepoel: „Ja, ich war wütend, und das zu Recht. Ich hatte um einen Lead-out gebeten und ihn nicht bekommen. Bei der Katalonien-Rundfahrt bin ich 30 Kilometer lang für ihn an der Spitze gefahren. Ich bat ihn darum, einen Kilometer lang die Führungsarbeit zu übernehmen, aber das ging nicht. Das hat mich wütend gemacht und muss heute Abend gründlich besprochen werden.“

Beide Fahrer waren am Donnerstag gemeinsam mit einer mehrköpfigen Gruppe im Ziel angekommen. Während des Rennens hatte Evenepoel wiederholt mit Konkurrenten in der Verfolgergruppe gesprochen und versucht, diese zur Mitarbeit in der Führung zu bewegen – darunter auch das 19-jährige französische Toptalent Paul Seixas.
Teamchef spielt Vorfall herunter
Lipowitz äußerte sich nach der Etappe in der ARD anders. „Die Team-Performance war heute top“, sagte er nach dem Pyrenäen-Showdown, bei dem Tadej Pogačar zurück ins Gelbe Trikot gestürmt war.
- Tour de France: Führender stürzt – und muss aufgeben
- Im Überblick: Alle Etappen der Tour de France 2026
Red-Bull-Teamchef Ralph Denk spielte den Vorfall anschließend herunter. Im Team-Podcast sagte Denk: „Die beiden Jungs haben darüber gesprochen. Da ist jetzt nichts Großes. Die haben vereint beim Essen gesessen und gelacht. Das Thema wird größer gemacht, als es in Wirklichkeit war.“ Als Ursache nannte er „ein bisschen Uneinigkeit, eine Sprachbarriere“ – „aber auch im Eifer des Gefechts. Das war nach einer 180-km-Bergetappe“.
Evenepoel und Lipowitz teilen sich den Teamangaben zufolge zumindest in der Anfangsphase der Rundfahrt die Kapitänsrolle bei Red Bull-Bora-hansgrohe.










