In den Medien wird er als Wunderkind der Philosophie beschrieben: Der 1980 geborene Markus Gabriel wurde bereits im Alter von 29 Jahren auf eine Professur seines Fachgebiets berufen. In seiner Antrittsvorlesung an der renommierten Universität Bonn ging es um nichts Geringeres als den „Sinn des Ganzen“. Und der Kern seiner Argumentation ist, dass die Welt nicht existiert.
Genauer gesagt meint er die Welt als eine Gesamtheit, die alles Existierende umfasst. Er argumentiert, dass, wenn „die Welt“ wirklich alles enthalten würde, sie sich auch selbst enthalten müsste. Für Gabriel ist das ein Paradoxon. Stattdessen glaubt er, dass Dinge – Objekte, Gedanken, Ideen – nicht als eine große Einheit existieren, sondern in vielen verschiedenen Bereichen, die er „Sinnesfelder“ nennt.
Gabriel erklärt dies wie folgt: Ein Einhorn existiert im Sinnbereich der Literatur und Mythologie, nicht jedoch im Sinnbereich der Zoologie. Eine mathematische Gleichung existiert im Sinnfeld der Mathematik – nicht jedoch im Sinnfeld eines Frühstückstisches. Mit anderen Worten: Es gibt nicht eine einzige Welt, sondern viele Bereiche, in denen die Dinge auf ihre jeweils eigene Weise real sind.











