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Home » Warum KI jetzt Gewinne liefern muss
Wirtschaft

Warum KI jetzt Gewinne liefern muss

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 10, 2026
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Warum KI jetzt Gewinne liefern muss

Das Wachstum verliert an Tempo

Noch treiben Winograd zufolge die KI-Investitionen das Wirtschaftswachstum an. Damit das so bleibt, muss den teuren Rechenzentren nun ein echter Produktivitätsschub in der Praxis folgen. Ob und wie stark KI diesen Nutzen liefern kann, ist bisher allerdings völlig offen.

Gleichzeitig gibt es immer mehr Anzeichen dafür, dass das Wachstum dieser Investitionen seinen Höhepunkt schon hinter sich hat. Für die Wirtschaft zähle nämlich nicht nur die reine Summe des Geldes, sondern wie stark die Ausgaben von Jahr zu Jahr steigen, argumentiert Winograd. Nach einem Rekordplus von rund 85 Prozent im Jahr 2024 flache dieses Wachstum nun schrittweise ab. Damit schrumpfe auch der direkte Anschub für das Bruttoinlandsprodukt.

Dazu kommen ganz praktische Probleme beim Bau neuer Rechenzentren: Es fehlt an Grundstücken, Strom, Fachkräften und Wasser zur Kühlung. Weil gleichzeitig die Preise für Spezialchips und Speicher rasant steigen, fressen die Kosten die Gewinne auf. Das könnte den gesamten KI-Boom ins Wanken bringen.

Der „Minsky-Moment“ als möglicher Wendepunkt

Bislang konnten die großen Technologieunternehmen ihre KI-Investitionen überwiegend aus eigenen Cashflows finanzieren, ohne Schulden zu machen. Angesichts der Größenordnung des weiteren Ausbaus dürfte das laut Winograd jedoch nicht dauerhaft ausreichen.

„Spätestens ab 2027 könnten viele Unternehmen stärker auf Fremd- und Eigenkapitalmärkte angewiesen sein“, sagt Winograd. Fondsmanager, Analysten und Investoren sehen das kritisch. Sollte die Verschuldung entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette als zu groß wahrgenommen werden, könnte sich die Dynamik abrupt ändern.

Dies könnte sich in einem heftigen Umschwung an den Finanzmärkten zeigen; Panikverkäufe sowie ein Einbruch der Tech-Aktien wären denkbar. Ökonomen nennen so etwas den „Minsky-Moment“, benannt nach dem amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Hyman P. Minsky (1919–1996). Das ist der Punkt, an dem übertriebene Euphorie und Schuldenberge plötzlich in Angst umschlagen und das Kartenhaus kollabiert.

Minsky-Effekt

Der Minsky-Effekt beschreibt den plötzlichen Crash nach einer langen stabilen Wachstumsphase. Weil der Aufschwung Sicherheit suggeriert, finanzieren Investoren immer riskantere Investments auf Kredit. Steigen die Zinsen oder bleiben Gewinne aus, bricht das Kartenhaus schlagartig zusammen.

Produktivität muss die Lücke schließen

Nach Ansicht des Ökonomen Eric Winograd müssten andere Wirtschaftszweige die Wachstumslücke nach einem Nachlassen der KI-Investitionen zumindest ausgleichen, da sonst die Gefahr eines Abschwungs der gesamten Wirtschaft besteht. Ob ihnen das gelingt, ist allerdings offen.

Zwar habe sich die Produktivität in den USA in den vergangenen Jahren verbessert. Studien der Federal Reserve Bank of San Francisco deuten jedoch darauf hin, dass diese Zuwächse bislang eher arbeitsmarktbezogen sind und sich noch nicht in der gesamten Breite der Wirtschaft verankert haben. „Von den großen technologiegetriebenen Produktivitätsgewinnen der 1990er-Jahre ist die aktuelle Entwicklung noch entfernt“, so Winograd.

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