Der gerichtliche Druck auf den französischen Star Patrick Bruel wegen sexueller Übergriffe nimmt zu. Der Sänger und Schauspieler erschien am Mittwoch vor einem Gremium aus drei Untersuchungsrichtern, nachdem er 48 Stunden in Polizeigewahrsam im Büro der Pariser Kriminalpolizei verbracht hatte, wo er von Ermittlern verhört wurde.

Diesen Richtern obliegt nun die Beweisaufnahme des Falles und die Entscheidung über die Anträge der Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft hat ausdrücklich beantragt, dass gegen ihn ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet und in Untersuchungshaft genommen wird.

Die Staatsanwaltschaft von Nanterre beantragt die Einleitung einer gerichtlichen Untersuchung wegen schwerwiegender Tatbestände: Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexuelle Belästigung. Die aktuellen Eingaben basieren auf Aussagen von neun mutmaßlichen Opfern zu Taten, die zwischen 2010 und 2019 in Frankreich, der Schweiz und Belgien stattgefunden haben sollen. Der französische Star seinerseits bestreitet weiterhin rundweg alle Vorwürfe.

Ein Fall, der von einer sehr großen Anzahl von Beschwerden angetrieben wird

Über die neun Opfer hinaus enthält die Akte noch einen zweiten, besonders gewichtigen Strang. Gegen 13 weitere Frauen haben die Ermittler ein separates Verfahren erstellt. Ihnen wird äußerst schwerwiegendes Verhalten vorgeworfen, das von sexueller Belästigung und sexuellem Übergriff bis hin zu Vergewaltigungen und Vergewaltigungsversuchen reicht.

Diese Berichte beziehen sich auf Vorfälle, die sich angeblich über einen viel längeren Zeitraum, zwischen 1992 und 2008, ereignet haben.

Auch wenn diese Vorwürfe nach erster Einschätzung der Staatsanwaltschaft inzwischen an die gesetzlichen Fristen stoßen und verjährt zu sein scheinen, bleiben sie in diesem Fall ein zentrales Element.

Den drei mit dem Fall beauftragten Ermittlungsrichtern steht daher die mühsame Aufgabe bevor, eingehend zu prüfen, ob die Verjährungsfrist tatsächlich abgelaufen ist oder ob vorangegangene Verfahrensschritte möglicherweise eine Unterbrechung des Prozesses verursacht haben.

Auch wenn nicht alle mutmaßlichen Opfer offiziell Anzeige erstattet haben – aus verschiedenen Gründen, die von Angst und erlittenem Trauma bis hin zur Tatsache reichen, dass die Ereignisse teilweise viele Jahre zurückliegen – hilft die Anhäufung von Zeugenaussagen und Berichten mit auffallenden Ähnlichkeiten beim Aufbau der Fallakte. Dies sind alles Elemente, die die Ermittlungsrichter nun sorgfältig prüfen müssen, um eine mögliche Haftung in dieser Angelegenheit festzustellen.

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