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Nach Angaben der andalusischen Regionalregierung sind bei einem seit Donnerstagnachmittag im spanischen Almería wütenden Waldbrand elf Menschen ums Leben gekommen.
Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass viele der Todesfälle auf eine einzige entscheidende Entscheidung zurückzuführen sein könnten: Einige der Opfer scheinen einen vorgesehenen Evakuierungsweg verlassen zu haben.
Antonio Sanz, der für Rettungsdienste zuständige Regionalminister, sagte, Experten hätten zwei verschiedene Szenarien untersucht, um die Todesfälle zu erklären.
Vier britische Staatsangehörige starben in einem Fahrzeug, während sieben weitere Menschen beim Gehen starben, nachdem sie ihre Autos zurückgelassen hatten, um einen anderen Fluchtweg als den von den Rettungsdiensten angegebenen zu finden.
Laut Sanz suchten diese Opfer nach „einem Ausgang, der nicht der vorgesehene war“ und überquerten schließlich ein ausgetrocknetes Flussbett, wo sie von den schnell vorrückenden Flammen eingeholt wurden.
Der Bürgermeister von Bédar hatte eine Notevakuierung der Stadt angeordnet. Während es vielen Anwohnern gelang, sicher zu fliehen, indem sie der vorgeschriebenen Route folgten, wiesen die Behörden die Menschen in einem anderen Bereich an, drinnen zu bleiben, weil das Feuer zu nahe war. Regionale Beamte glauben, dass diese Entscheidung eine noch höhere Zahl von Todesopfern verhinderte.
Unbarmherzige Landschaft
Das raue Gelände der Gegend hat sowohl die Evakuierung als auch die Brandbekämpfung erschwert. Bédar hat nur zwei Straßenausfahrten und viele seiner Landstraßen und Wege sind Sackgassen, sodass nur wenige Alternativen bleiben, wenn der Hauptfluchtweg durch Rauch oder Feuer blockiert wird.
Die Landschaft wird durch steile Schluchten, die für schwere Maschinen unzugänglich sind, zusätzlich erschwert.
„Das Gelände ist extrem schwierig“, sagte Sanz.
Die Beamten sind nach wie vor besonders besorgt über die rechte Flanke des Feuers, da die Gefahr besteht, dass es sich auf andere landwirtschaftliche Gebiete ausbreitet, während die linke Flanke weiterhin aktiv und für die Feuerwehrleute weitgehend unzugänglich ist.
Als Vorsichtsmaßnahme wurde die gesamte Gemeinde Bédar evakuiert. Unter den Evakuierten befanden sich etwa 400 Menschen, die auf einem nahegelegenen Campingplatz wohnten und in Sicherheit gebracht wurden, bevor das Feuer das Gebiet erreichte.
Notfallreaktion
Das Feuer brach am Donnerstag gegen 16:35 Uhr aus und wurde nach Angaben der spanischen Guardia Civil vermutlich durch eine heruntergefallene Stromleitung verursacht, eine Schlussfolgerung, die die andalusische Präsidentin Juanma Moreno bestätigt hat.
Das Feuer breitete sich so schnell aus, dass die Behörden in der Notfallphase, Einsatzsituation 2, den Infoca-Notfallplan für Waldbrände aktivierten und mehrere Straßen, darunter die Autobahn A-7, für mehrere Stunden gesperrt werden mussten.
An der Operation sind mehr als 100 Mitarbeiter des Infoca-Plans, der Zivilgarde, der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes sowie 150 Soldaten der Militärischen Notfalleinheit beteiligt.
Die neueste Schätzung geht davon aus, dass etwa 3.150 Hektar verbrannt sind. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung stehen die Gemeinden Almocáizar, Fuente del Albarico, Los Pinos, La Serena und Pinar de Bédar sowie die Gäste des Touristenkomplexes Miraflores weiterhin unter Evakuierungsbefehl.
Der spanische Premierminister, das Königshaus und der neu gewählte Präsident Andalusiens haben den Familien der Verstorbenen ihr Beileid ausgesprochen. Antonio Sanz beschrieb die Katastrophe als den tödlichsten Waldbrand, der jemals in Andalusien registriert wurde.










