Auf abgelegenem Hof verschwunden
Fall im ZDF – Neue Hinweise zu Inga
29.07.2026 – 23:26 UhrLesedauer: 3 Min.
Die kleine Inga verschwindet spurlos. Die Ermittler tappen jahrelang im Dunkeln. Nun gibt es neue Hoffnung.
Mehr als elf Jahre nach dem rätselhaften Verschwinden der damals fünfjährigen Inga Gehricke hat die Polizei einen neuen Anlauf unternommen, den Fall aufzuklären. Der Fall wurde am Mittwoch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ vorgestellt und die Ermittler schöpfen neue Hoffnung.
„Wir haben tatsächlich sehr viele neue Informationen erhalten und erhoffen uns, dass da der entscheidende Hinweis dabei ist“, sagte Polizeihauptkommissar Michael Ripke in der Sendung.
Das Mädchen aus Schönebeck war am 2. Mai 2015 mit seiner Familie zu Besuch auf dem Wilhelmshof im Landkreis Stendal im Norden von Sachsen-Anhalt. Der Hof ist eine diakonische Einrichtung für Menschen mit Behinderungen und Suchterkrankungen. Dort lebten Freunde der Familie Gehricke.
Nach einem Mittagessen seien alle Kinder der drei befreundeten Familien ausgelassen über das Gelände gestreift, berichtete das ZDF. Es habe dort auch eine Grillecke gegeben, an der sich alle Mitglieder der Gruppe aufgehalten hätten. Das im August 2009 geborene Mädchen wurde gegen 18.40 Uhr das letzte Mal gesehen – nach Angaben von Ripke zuletzt auf einem Spielzeugpferd aus Blech, das unweit eines Fußballplatzes und des Grillplatzes stand. Nach Angaben des ZDF hielt Inga sich dort mit zwei älteren Kindern der Gruppe auf, sie sei sehr still gewesen und habe nicht mitgespielt.
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Was danach mit der Fünfjährigen passierte, ist den Ermittlern bis heute ein Rätsel. Weder wurden sterbliche Überreste von Inga gefunden, noch gingen stichhaltige Hinweise aus der Bevölkerung ein. Eine Polizeisprecherin beschrieb den Hof im Gespräch mit t-online vor der ZDF-Sendung als „abgelegen“. Seit 2023 beschäftigt sich eine Cold-Case-Einheit der Polizei in Halle mit dem Fall. Zuvor war die Polizei in Stendal zuständig.
Ripke: Inga könnte noch leben
Die neu eingegangenen Hinweise gingen in verschiedene Richtungen, sagte Ripke nun im ZDF. Sie würden geprüft. Weitere Angaben zu den neuen Informationen wollte der Polizeibeamte aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen. „Wir sind guter Hoffnung, dass da etwas Gutes dabei ist“, sagte der Hauptkommissar.
Da es keine Beweise gebe, die Gegenteiliges zeigen, gebe die Polizei die Hoffnung nicht auf, dass Inga heute noch lebt, betonte Ripke. Deshalb werde auch nach Hinweisen zu Mädchen gesucht, die anderen aufgefallen sind, weil sie plötzlich irgendwo aufgetaucht sind.
