Experiment zeigt

Hunde können Gefühle von Menschen am Gesicht ablesen


07.09.2026 – 15:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Border Collie: Hunde verstehen Menschen besser, als man denkt. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Iuliia Zavalishina/imago)

Hunde registrieren menschliche Mimik viel genauer als gedacht. Eine neue Studie zeigt: Vor allem Freude löst im Hundegehirn ein starkes Signal aus.

Wissenschaftler haben erstmals direkte Belege dafür gefunden, dass das Gehirn von Hunden menschliche Gesichtsausdrücke nicht nur wahrnimmt, sondern auch zwischen verschiedenen Emotionen unterscheidet.

Mithilfe von Hirnscans konnten die Forscher zeigen, dass Hunde Glück besonders stark im Gehirn verarbeiten – und zwar anders als negative Gefühle wie Trauer, Angst oder Wut. Das Forschungsteam um Laura Cuaya und Raúl Hernández-Pérez von der Universität Wien veröffentlichte die Studie im Fachjournal „iScience“.

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Für die Untersuchung wurden wache Hunde in einem MRT-Scanner untersucht, während ihnen Fotos von menschlichen Gesichtern gezeigt wurden. Das Ergebnis war eindeutig. Wenn die Hunde ein lächelndes Gesicht sahen, waren bestimmte Bereiche im Gehirn deutlich aktiver als bei einem neutralen Ausdruck.

Glücklichsein ist das stärkste Signal

Besonders auffällig war, dass Glücklichsein im Hundegehirn eine Sonderrolle einnimmt. Anhand der Gehirnmuster konnte man ablesen, dass die Tiere zuverlässig zwischen einem glücklichen und einem negativen Gesichtsausdruck unterscheiden konnten – egal ob Trauer, Wut oder Angst. Zwischen den negativen Ausdrücken untereinander war die Unterscheidung dagegen schwieriger.

Einen Unterschied gab es aber doch: Ängstliche Gesichter wurden anders verarbeitet als wütende und traurige. Angst scheint für Hunde also ein besonders wichtiges Signal zu sein, was auch frühere Studien nahelegen. Demnach reagieren Hunde auf ängstliche Menschengesichter besonders aufmerksam.

Rechte Gehirnhälfte dominiert die Verarbeitung

Die Forscher beobachteten zudem eine Tendenz zur Verarbeitung in der rechten Gehirnhälfte, was zur sogenannten Rechtshemisphären-Theorie passen würde. Diese besagt, dass die rechte Hirnhälfte emotionale Informationen unabhängig von ihrer Wertigkeit verarbeitet. Das kennen Forscher auch vom Menschen. Die rechte Gehirnhälfte ist offenbar bei vielen Säugetieren für die Verarbeitung von Gefühlen zuständig.

Die Wissenschaftler betonen, dass ihre Ergebnisse erstmals zeigen, dass das Hundegehirn menschliche Gesichtsausdrücke nicht nur nach positiv und negativ einteilt, sondern auch innerhalb negativer Emotionen differenzieren kann.

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