Er gründete die Ost-SPD mit
Martin Gutzeit ist tot
Aktualisiert am 16.09.2026 – 18:41 UhrLesedauer: 1 Min.
Der DDR-Oppositionelle Martin Gutzeit bewies als Mitbegründer der Ost-SPD 1989 viel Mut. Nun ist der langjährige Berliner Beauftragte für die Stasi-Akten gestorben.
Der Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei in der DDR und langjährige Berliner Landesbeauftragte für die Stasi-Akten, Martin Gutzeit, ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 74 Jahren in einem Krankenhaus.
Das sagte Gutzeits politischer Weggefährte und enger Freund, Stephan Hilsberg, der dpa. Zuvor berichtete der „Tagesspiegel“. Auch die Sprecherin des Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Frank Ebert, bestätigte die Nachricht vom Tod des in Cottbus geborenen DDR-Oppositionellen.
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Der evangelische Theologe Gutzeit hatte zusammen mit Markus Meckel im Oktober 1989 die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP) gegründet. Gutzeit wurde 1990 als SPD-Abgeordneter in die erste frei gewählte Volkskammer der DDR gewählt und war so zwischen Oktober und Dezember auch Mitglied im Bundestag. Von 1993 bis 2017 war er Berliner Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen und verschrieb sich der Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Sein Weggefährte Hilsberg, auch Gründungsmitglied der Ost-SPD, nannte Gutzeit „mutig und klug“. Er habe der Widerstandsbewegung in der DDR mit seiner realisierten Idee zur Gründung einer sozialdemokratischen Partei „den entscheidenden Push“ verliehen. Hilsberg betonte: „Das ist der radikalste Schritt zur Entmachtung der SED gewesen.“
