Auch Pantisano trinkt zwischendrin eine Dose, der „Energysi“ hilft auch den Wahlkämpfern dabei, wach zu bleiben. Anders als Fraktionschefin Heidi Reichinnek und seine Co-Parteichefin Ines Schwerdtner war Pantisano allerdings kaum auf großen Wahlveranstaltungen, er hat, wie hier in Rostock, vor allem an kleinen Aktionen teilgenommen. Er will das jedoch nicht missverstanden wissen. Er wurde im Juni gewählt und im April nominiert, sagt er, da habe die Terminplanung sowohl bei den Wahlkämpfern als auch bei ihm schon festgestanden.

„Ich hatte einen Urlaub mit meiner Familie geplant, lange bevor ich wusste, dass ich Parteichef werden könne“, sagt er. Vor allem vor dem Hintergrund, dass er nun noch mehr in Berlin als in Stuttgart bei seiner Frau und seinen Kindern sein werde, habe er den Urlaub nicht auch noch absagen wollen. Bei den kommenden Wahlen 2027 aber werde er voll da sein.

Jetzt steht Pantisanos Partei vor einem Sonntag mit zwei Wahlen, die den weiteren Weg der Partei entscheidend prägen könnten. Vor allem in Berlin: Dort könnte die Linke die nächste Bürgermeisterin stellen. Aber auch in Mecklenburg-Vorpommern geht es für die Partei ums Regieren, bereits seit fünf Jahren ist sie Juniorpartnerin der SPD von Manuela Schwesig. Ob man regieren soll oder nicht, ist in kaum einer Partei so umstritten wie in der Linken. Ausgerechnet der Landesverband von Pantisano, Baden-Württemberg, hat sich kürzlich erst dagegen ausgesprochen, sich generell an „Regierungen mit prokapitalistischen Parteien“ zu beteiligen.

„Ich glaube, dass wir die Wahl gewinnen“

Wie blickt er also auf das Thema? Soll die Linke in Berlin bald regieren und in Mecklenburg-Vorpommern weiterregieren? „Ich glaube, dass wir die Wahl gewinnen und dann sollten wir das auch tun“, sagt er mit Blick auf Berlin und fügt hinzu: „100 Prozent“. Es gebe die Aussicht auf eine linke Mehrheit und die wolle die Partei nutzen, um das Leben der Menschen zu verbessern, sagt Pantisano. Er verweist auf die hohen Mieten in der Stadt, gegen die die Partei vorgehen will, und die Kiezkantinen, die bereits probeweise ins Leben gerufen wurden und günstiges Mittagsessen anbieten. „Je stärker wir am Wahltag dastehen, je besser können wir das tun.“

Zuletzt hatten sich in Berlin allerdings mehrere Politiker gegen eine Regierungsbeteiligung ausgesprochen. Er verstehe die Debatte, sagt Pantisano, deswegen müsse man sehr klarmachen, wofür man das tue. Und dann entscheidet, wie es bei den Linken üblich ist, noch die Basis über den Koalitionsvertrag. In Bezug auf Mecklenburg-Vorpommern wirkt er vorsichtiger: „Das können die Genossen hier am besten entscheiden, ob sie weiterregieren wollen“, sagt er etwas zögerlich.

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