Nicht jeder Instagram-Trend wird gebucht
Was den Deutschen im Urlaub wirklich wichtig ist
07.06.2026 – 10:15 UhrLesedauer: 3 Min.
Der perfekte Sonnenuntergang, der einsame Traumstrand, der grandiose Blick über die Klippen Santorins? Davon lassen sich die Deutschen bei der Urlaubsplanung garantiert (nicht) beeinflussen.
Längst steht der Verdacht im Raum, dass wir uns bei der Wahl unseres Urlaubsziels von der heilen, oft digital nachbearbeiteten Bilderwelt von Influencern auf Facebook, Instagram oder Pinterest und anderen Reisenden inspirieren und beeinflussen lassen. Suchen wir unsere Destinationen inzwischen gezielt danach aus, ob sie die perfekte Kulisse für die eigene Social-Media-Show bieten?
Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Buchungsplattform Omio zeigt: Social Media beeinflusst die Reiseentscheidungen der Deutschen deutlich weniger als oft angenommen. Tatsächlich setzen viele Urlauber heute andere Prioritäten, als es die Bilderflut auf Instagram und Co. vermuten lässt.
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Eigene Wünsche zählen mehr als jeder Trend
Nur 5 Prozent der Deutschen geben der Studie zufolge an, sich bei der Wahl ihres Urlaubsziels unter anderem an Social-Media-Trends oder aktuell beliebten Inhalten aus sozialen Netzwerken zu orientieren. Stattdessen stellen die meisten der 2.096 Befragten in Deutschland, die voraussichtlich eine Urlaubsreise planen, ihre persönlichen Interessen in den Vordergrund – und sind zufriedener, wenn sie das tun.
Für die meisten Deutschen richtet sich die Urlaubsplanung weiterhin nach dem, was ihnen persönlich wichtig ist. 70 Prozent nennen persönliche Interessen als einen der wichtigsten Faktoren bei der Reiseplanung – noch vor Budgetfragen (51 Prozent) und praktischen Aspekten wie Erreichbarkeit oder Organisation (40 Prozent).
Urlaub für Erlebnisse statt für Likes
Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass Urlaub nur selten der Inszenierung dient. Nur 4 Prozent der Befragten sagen, dass sie sich unter Druck gesetzt fühlen, ihre Reise in sozialen Medien zu dokumentieren oder zu teilen. Eine deutliche Mehrheit (65 Prozent) gibt an, wenig oder gar keinen Druck zu verspüren, bestimmte Orte zu besuchen oder Aktivitäten zu planen, um später davon erzählen zu können.
Statt Social-Media-Trends hinterherzureisen, wenden sich viele sogar bewusst davon ab. 15 Prozent geben an, Reiseziele gemieden zu haben, die ihnen zu überlaufen oder „overhypt“ erschienen. Genauso viele suchen gezielt nach weniger bekannten oder weniger besuchten Alternativen.
Veronica Diquattro von Omio beobachtet, dass sich immer mehr Menschen gegen den Druck stellen, Social-Media-Trends zu folgen und sich anzupassen. „Unsere Daten zeigen, dass die Mehrheit der Reisenden nicht versucht, mit dem Online-Hype Schritt zu halten, sondern Reisen bevorzugt, die wirklich zu den eigenen Bedürfnissen passen.“

Mehr Reisen, mehr Freiheit bei der Planung
Laut einer Studie des Bezahldienstleisters Klarna ist die Reiselust der Deutschen auch in diesem Jahr unvermindert groß. Fast jeder Dritte (29 Prozent) setzt dank flexibler Arbeitszeitmodelle vor allem auf mehrere Kurztrips statt auf eine große Jahresreise, erklärt Karoline Bliemegger, Finanzexpertin bei Klarna.











