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Wie das in der Praxis aussieht, wenn Schwesig über das AfD-Personal herzieht, ließ sich vor einer Woche beim TV-Duell gegen AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm beobachten. „Herr Holm tritt mit einem Bankräuber an“, sagte Schwesig gegen Ende der Sendung. Der gab sich empört, konnte aber nur kleinlaut einräumen: „Ja, das ist richtig, aber wir wussten davon nichts.“
Tatsächlich hatte der Rostocker AfD-Kandidat Sascha Gläser 2012 eine Bank überfallen und war dafür rechtskräftig verurteilt worden. Die AfD erfuhr davon nach eigenen Angaben erst, nachdem die Liste zur Landtagswahl bereits stand und nicht mehr zurückgezogen werden konnte. Holm sagte, der Mann werde das Mandat nicht annehmen.
AfD-Wähler abwerben will Schwesig keine
Die Szene wurde später im Netz breit geteilt. Holm sieht sich seither mit der Frage konfrontiert, was wohl schlimmer ist: ein Kandidat, der Ministerpräsident werden will und mit einem verurteilten Bankräuber antritt? Oder einer, der sich von einem Bankräuber hat täuschen lassen und nun mit ihm in die Wahl ziehen muss?
Schwesig wiederholt die Bankräubergeschichte auch in Leezen und in Benz. Warum auch nicht? Sie eignet sich zu gut, um der AfD die fehlende parlamentarische Erfahrung und die mangelnde Eignung mancher Kandidaten vorzuwerfen.

Eine andere Frage ist, ob sich irgendein AfD-Wähler von der Wahl abbringen lässt. Aber Schwesigs Kampagne zielt ohnehin nicht auf zweifelnde AfD-Wähler, sondern auf alle anderen. Und bei diesen Wählern – vom bürgerlichen bis zum linken Spektrum – dürfte Schwesigs Erzählung verfangen.
„Alles Geld geht nur in die Ukraine, schimpfen die“
Doch eine große Schwachstelle hat auch Schwesig. Beim Seniorentreff in Benz legt sie ein älterer Herr mit einer einfachen Frage offen. „Was will die SPD gegen diesen Rüstungswahnsinn tun?“ Schwesig weicht aus, argumentiert mit Schiffen, die repariert werden müssten, und Werften, die Arbeitsplätze schufen.
