Van Aken – häufig im schwarzen „Tax-the-rich“-T-Shirt (Besteuert die Reichen) – hat die Partei mit seinen Sprüchen mitgerissen und manchmal auch mit Blödelei. Da war zum Beispiel die Aktion „Banane gegen Christian Lindner“ – van Aken wettete auf einen Rücktritt des damaligen FDP-Chefs. Eine Webcam verfolgte den Verfall der Frucht, doch Lindner blieb im Amt. Aufmerksamkeit gab es trotzdem. Das wiederholte sich mit einer Verlosung von Plätzen im Schützengraben – eine Aktion gegen eine Wehrpflicht per Los, die van Aken vor laufender Kamera inszenierte. „Gewinner“ waren allesamt junge Unionsabgeordnete.
Doch van Aken spielte auch eine ernsthafte politische Rolle in der Partei – vor allem im Dauerstreit über das Thema Antisemitismus. Immer wieder erzählte er, dass er selbst am 7. Oktober 2023 in Israel gewesen sei und das Trauma des Terrorangriffs der Hamas miterlebt habe. Immer wieder rief er Genossen zur Ordnung, wenn es um das Existenzrecht Israels ging – zuletzt im März nach einem Beschluss des Landesverbands Niedersachsen mit viel kritisierten Passagen zum „Zionismus“. Der geschäftsführende Vorstand der Partei stellte klar: „Die Linke stellt sich gegen jede Form von Antisemitismus (…) und gegen die Instrumentalisierung des Nahostkonflikts für innenpolitische Hetze.“
Van Aken wollte eigentlich andere Themen nach vorne stellen: Mietendeckel, Umverteilung, Bezahlbarkeit des täglichen Lebens. In seiner Erklärung meinte er jetzt, die Partei sei dabei auf einem guten Weg. „Es kommen immer weiter neue Mitglieder dazu, wir haben Themen wie Mietendeckel und Vermögensteuer bundesweit stark gemacht. Die anderen Parteien fangen an, bei uns abzuschreiben.“ Er sei zuversichtlich, dass die Linke in den nächsten Jahren eine immer größere Rolle spielen werde. „Im Übrigen bin ich noch immer der Meinung, dass es keine Milliardäre geben sollte“, meinte van Aken.











