Zum 100. Geburtstag
Klaus Kinski beleidigte Moderatorin – ihr Chef verwies auf die Quote
18.10.2026 – 11:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Alida Gundlach hatte sich mit acht Zetteln auf Klaus Kinskis Ausfälle vorbereitet. Mit seinen Bemerkungen über ihren Körper hatte sie trotzdem nicht gerechnet.
An diesem Sonntag wäre Klaus Kinski 100 Jahre alt geworden. Seinen 59. Geburtstag verbrachte der Schauspieler vor laufenden Kameras: Am 18. Oktober 1985 war er zu Gast in der „NDR Talk Show“, beleidigte Moderatorin Alida Gundlach und machte anzügliche Bemerkungen über ihren Körper. Schließlich wollte sie nicht mehr weitermachen.
Dabei hatte sich die damals 42-Jährige auf den schwierigen Gast vorbereitet, wie sie in einem Gastbeitrag für „Bild“ schildert. Acht Blätter mit typischen Beleidigungen Kinskis hatte sie angefertigt. Sollte einer der Sprüche fallen, wollte sie den passenden Zettel zeigen und den Schauspieler damit als einfallslos entlarven.

Klaus Kinski spricht über Alida Gundlachs Po
Eigentlich sollte es in der Sendung um Kinskis neuen Film „Kommando Leopard“ gehen. Doch schon bei einer ihrer ersten Fragen vergleicht er Gundlachs Stimme mit einer Flughafenansage. Er verstehe kaum, was sie sage.
Später erklärt Kinski: „Ich bin nur zurückgekommen, weil ich dich von hinten gesehen habe.“ Gundlach entgegnet, dass sie sich ja schlecht über ihre Strümpfe unterhalten könnten. Kinski sieht das anders: „Nein, aber über deinen Popo zum Beispiel.“
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Die Moderatorin versucht, das Gespräch auf seine Arbeit zu lenken. Als Kinski ihre Fragen als Schwachsinn abtut, hält Gundlach einen ihrer vorbereiteten Zettel in die Kamera. „Ein Standardsatz von Klaus Kinski“, sagt sie. „Ich bin zwar schwachsinnig, aber ich bin gut vorbereitet.“
In ihrem Gastbeitrag für „Bild“ schreibt Gundlach, sie habe dreimal einen solchen Zettel zeigen können. Darin schildert sie auch, was abseits der Kamera geschah: Kinski habe sie gefragt, ob sie Strapse trage.

„Die Quote ist bombig, mach bloß weiter“
In einer Musikpause habe sie schließlich den Chefredakteur aufgesucht und ihm gesagt, sie wolle aufhören. Seine Antwort gibt sie so wieder: „Die Quote ist bombig, mach bloß weiter.“ Gundlach moderierte weiter. Nach etwa einer Stunde habe sie das Gefühl gehabt, ergraut und mindestens zehn Jahre älter geworden zu sein.
Nach der Sendung sei Kinski ohne Verabschiedung gegangen. Später habe sie zahlreiche Einladungen erhalten, über die Begegnung zu sprechen. Sie habe alle abgelehnt: „Mein Interesse an Kinski war erloschen.“