Hamburger Reedereien betroffen
„Mein Schiff“-Kapitäne melden sich nach Flucht aus Kriegsgebiet
22.04.2026 – 15:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Wochenlang saßen sie im Kriegsgebiet fest. Dann nutzten sie ein kurzes Zeitfenster. Jetzt schildern Kapitäne von „Mein Schiff“ und MSC, wie sie die Flucht durch die Straße von Hormus erlebten.
Nach der Durchfahrt durch die Straße von Hormus melden sich die Kapitäne mehrerer Kreuzfahrtschiffe erstmals zu Wort. Die „Mein Schiff 4“, die „Mein Schiff 5“ und die „MSC Euribia“ waren wochenlang im Persischen Golf festgesetzt. Inzwischen sind sie auf dem Weg Richtung Europa.
„Wir sind aus dem Persischen Golf geflohen“, schreibt Ioannis Anastasiou, Kapitän der „Mein Schiff 5“ der Reederei Tui Cruises aus Hamburg, in einem Instagram-Beitrag. Er bedankte sich bei allen, die die Crew unterstützt hätten. Nun gehe es zurück in sichere Regionen, in denen wieder reguläre Kreuzfahrten möglich seien.
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Auch Kapitän Jan Fortun, der zum Zeitpunkt des Kriegsausbruchs die „Mein Schiff 4“ führte, beschreibt die vergangenen Wochen auf seinem privaten Instagram-Account als Ausnahmezustand. Die Schiffe hätten Herausforderungen erlebt, „die keiner Besatzung jemals wieder begegnen sollten“. Die Zeit werde allen Beteiligten lange in Erinnerung bleiben. Gleichzeitig richtet er den Blick nach vorn. Die Schiffe könnten nun dorthin zurückkehren, wo sie eingesetzt werden.
Besonders eindringlich schildert der Kapitän der „MSC Euribia“, Maresca Lauro, seine Erlebnisse in einem italienischen Beitrag. Bei der Fahrt durch die Meerenge habe er „die Last der Verantwortung und die Angst gespürt“. In diesem Moment habe er sich nicht nur als Kommandant gesehen, sondern als Mensch, der eine schwierige Entscheidung treffen musste. Dabei hätten ihn Erfahrung und Glaube gleichermaßen getragen.
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Die Durchfahrt war nur möglich, weil sich kurzfristig ein Zeitfenster geöffnet hatte. Mehrere Schiffe nutzten diese Gelegenheit gleichzeitig. Sie fuhren mit hoher Geschwindigkeit entlang der Küste des Oman durch die Meerenge.
In sozialen Netzwerken zeigen zahlreiche Reaktionen, wie viele Menschen die Rückkehr verfolgt haben. Nutzer berichten, sie hätten die Schiffe über Tracking-Dienste beobachtet und stundenlang auf neue Positionsdaten gewartet. Viele schreiben von Erleichterung, als die Passage gelungen war. Einige sprechen von einem „Krimi“ und danken den Crews für ihren Einsatz.
Trotz der erfolgreichen Durchfahrt bleibt die Lage angespannt. Nach Angaben des NDR liegen weiterhin Frachter im Persischen Golf fest, darunter auch Schiffe der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd. Wann sie die Region verlassen können, ist offen.
