Schlagabtausch bei „Caren Miosga“

Journalist greift SPD-Generalsekretär an – „Sie zerreißen die Mitte“


21.09.2026 – 02:58 UhrLesedauer: 4 Min.

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf bei „Caren Miosga“: Wehrt sich gegen die Vorwürde, seine Partei würde der AfD in die Hände spielen. (Quelle: IMAGO/Uwe Koch/imago)

Die SPD tanzt nach der Pfeife der AfD, wirft Journalist Robin Alexander Generalsekretär Klüssendorf vor – und bekommt Rückenwind von Beatrix von Storch.

Die CDU hat in Mecklenburg-Vorpommern ihr bislang schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl eingefahren. Bei „Caren Miosga“ wurde es am Sonntag jedoch vor allem für SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf unangenehm. Denn: Als die Sprache auf ein Strategiepapier der AfD kam, nahm Journalist Robin Alexander den Sozialdemokraten in die Mangel.

In dem Dokument hatte die rechte Partei vor rund einem Jahr aufgezeigt, wie sie die Brandmauer stürzen will. Als strategischer Schritt war dabei auch vorgesehen, einen „Kulturkampf“ anzuzetteln und die SPD nach links zu zwingen.

Die Gäste

  • Tim Klüssendorf, SPD-Generalsekretär
  • Mathias Middelberg, Mitglied im CDU-Präsidium
  • Beatrix von Storch, stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende
  • Robin Alexander, Journalist

Es sei bekannt, dass die SPD in Berlin nun mit der Linken verhandeln wolle, legte Alexander vor diesem Hintergrund dar. Warum machen Sie das, was Beatrix von Storch aufgeschrieben hat, wollte der Journalist von Klüssendorf wissen.

Mit wem verhandelt werde, stehe so kurz nach der Wahl noch nicht fest und werde von der Partei vor Ort entschieden, entgegnete der Generalsekretär. Doch Alexander ließ nicht locker und verwies auf Antisemitismus-Vorwürfe, denen sich die Berliner Linke zuletzt ausgesetzt sah. So hatte etwa der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, SPD und Grüne aufgefordert, eine Regierungsbeteiligung der Linken nicht zu ermöglichen, erinnerte der Journalist.

Talkrunde (v.l.): Beatrix von Storch, Tim Klüssendorf, Caren Miosga, Mathias Middelberg und Robin Alexander. (Quelle: IMAGO/Uwe Koch/imago)

Alexander nimmt Klüssendorf in die Mangel

Rückenwind bekam Alexander von der stellvertretenden AfD-Fraktionsvorsitzenden von Storch, die einwarf, dass der Chef des Remmo-Clans Gast bei der Wahlparty der Linken gewesen sei. „Das ist alles Wahnsinn“, entgegnete Klüssendorf. „Dann stoppen Sie das doch, Sie sind doch der Generalsekretär“, appellierte Alexander.

Sowohl seine Partei als auch die Grünen hätten die Antisemitismusvorfälle der Linken harsch kritisiert, erinnerte der SPD-Mann. Auch die linke Spitzenkandidatin, Elif Eralp, habe sich distanziert. Die Vorwürfe beträfen anders als von Alexander dargestellt bei Weitem nicht die ganze Linke, so Klüssendorf. Er stellte jedoch auch klar: „es gibt Riesen-Gesprächsbedarf“.

Alexander gab sich mit diesem Eingeständnis nicht zufrieden: Die SPD tue, was von Storch vor einem Jahr vorhergesagt habe, beharrte er. „Sie zerreißen die Mitte, sie gehen nach links“, so der Journalist. „Er soll noch nach rechts gehen – noch weigert er sich“, fügte er an CDU-Politiker Mathias Middelberg gewandt hinzu. Er sehe nicht, dass seine Partei nach links drifte, beharrte Klüssendorf.

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