Debatte um Zugangskontrollen

Kriegt Frankfurt bald Bahnsteig-Schranken?


Aktualisiert am 21.09.2026 – 20:42 UhrLesedauer: 2 Min.

ICEs stehen an einem Gleis im Hauptbahnhof in Frankfurt am Main: Nach dem Wunsch des hessischen Wirtschaftsministers soll es bald Schranken an den Gleisen geben. (Quelle: Fabian Sommer/dpa)

Am Frankfurter Hauptbahnhof könnten Reisende künftig schon vor dem Gleis ihr Ticket vorzeigen müssen. Hessen will die Stadt zum Testfall für Zugangskontrollen machen.

Wer in London oder Rom mit der Bahn fährt, kennt das Prinzip: Ohne gültiges Ticket öffnen sich die Schranken zum Bahnsteig nicht. Ein ähnliches System könnte künftig auch in Deutschland getestet werden – und Frankfurt soll dafür als Modellstadt dienen.

Hessens Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) hat vorgeschlagen, Zugangskontrollen an Bahnhöfen in Frankfurt praktisch zu erproben. „Hier können Bund, Land und Deutsche Bahn gemeinsam herausfinden, wie Zugangskontrollen an einem der größten Bahnknoten Deutschlands funktionieren können“, erklärte Mansoori zum „Tag der Schiene“.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hatte sich zuletzt offen dafür gezeigt. Im Fernverkehr könne es sinnvoll sein, den Zugang zu den Gleisen stärker an eine gültige Fahrkarte zu binden, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

In Ländern wie Großbritannien und Frankreich sind solche Kontrollen bereits verbreitet. Reisende gelangen dort an vielen Bahnhöfen erst nach einer elektronischen Ticketprüfung durch Schranken oder Zugangsschleusen zu den Bahnsteigen.

Mansoori hatte Kontrollen schon im Frühjahr vorgeschlagen

Für Mansoori ist die Idee nicht neu. Hessen hatte Zugangskontrollen an großen Bahnhöfen bereits im Frühjahr in der Verkehrsministerkonferenz vorgeschlagen. Damals hatte der Minister nach einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter auch weitere Maßnahmen für mehr Sicherheit im Bahnverkehr ins Gespräch gebracht.

Dazu gehörten unter anderem fälschungssichere Tickets und Bodycams für Zugbegleiter. Nun begrüßte Mansoori, dass die Debatte auf Bundesebene erneut Fahrt aufgenommen hat. „Es ist gut, dass jetzt Bewegung in die Debatte kommt“, erklärte er. „Jetzt sollten wir es praktisch erproben.“

Ob und wann es tatsächlich zu einem Modellversuch in Frankfurt kommt, ist bislang offen.

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