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Home » Geheimdienst warnt vor geheimen Gesprächen
Mobilität

Geheimdienst warnt vor geheimen Gesprächen

MitarbeiterBy MitarbeiterJuni 9, 2026
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Geheimdienst warnt vor geheimen Gesprächen

Daten in Gefahr?

Geheimdienst warnt: Keine vertraulichen Gespräche im Auto


09.06.2026 – 07:11 UhrLesedauer: 3 Min.

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Telefonat im Auto: Zumindest vertrauliche Gespräche sollten nicht im Auto geführt werden. (Quelle: IMAGO/imago)

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Moderne Autos sind mit Mikrofonen, Kameras und anderen Sensoren ausgestattet. Sicherheitsbehörden sehen darin ein wachsendes Spionagerisiko.

Vertrauliche Gespräche über Regierungsangelegenheiten, Sicherheitsfragen oder laufende Ermittlungen führt man besser nicht im Auto. Zu diesem Schluss kommt zumindest der australische Inlandsgeheimdienst ASIO. Er hat Politiker und Beamte des Landes davor gewarnt, sensible Informationen in Fahrzeugen zu besprechen. Der Grund: Die Autos könnten mithören.

In die Liste der steuerfinanzierten Dienstwagen für Parlamentarier wurden zuletzt mehrere Modelle chinesischer Elektroautohersteller aufgenommen. Nach Medienberichten stammen inzwischen rund 32 Prozent der dort verfügbaren Fahrzeuge von chinesischen Herstellern.

Die Warnung richtet sich offiziell nicht gegen einzelne Marken oder Herkunftsländer. ASIO-Vizechefin Lisa Alonso Love erklärte vor einem Senatsausschuss, vertrauliche oder geheime Gespräche sollten grundsätzlich nur an Orten stattfinden, die für solche Unterhaltungen vorgesehen seien. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass vernetzte Fahrzeuge zusätzliche Möglichkeiten bieten könnten, Informationen zu erfassen.

Moderne Autos als rollende Spione?

Damit spricht die Geheimdienstvertreterin eine Entwicklung an, die Sicherheitsbehörden weltweit zunehmend beschäftigt. Moderne Autos sind längst keine abgeschlossenen Räume mehr. Sie verfügen über Kameras, Mikrofone, Sensoren und dauerhafte Datenverbindungen. Die Frage ist deshalb nicht mehr, ob Fahrzeuge Informationen erfassen, sondern welche und wer darauf zugreifen kann.

Auch in Deutschland beschäftigen sich Sicherheitsbehörden seit einiger Zeit mit dem Thema. Nach Recherchen von WDR und NDR haben das Bundesamt für Verfassungsschutz und die dem Bundesinnenministerium unterstellte Sicherheitsbehörde ZITiS bereits vor mehr als einem Jahr Fahrzeuge mehrerer chinesischer Hersteller untersucht. Analysiert worden sei unter anderem, welche Daten die Fahrzeuge sammeln, in welchem Umfang das geschieht und ob Informationen ins Ausland übertragen werden. Zu den Ergebnissen äußern sich die Behörden nicht – wohl auch, weil das Thema politisch brisant ist und das Verhältnis zwischen Deutschland und China beeinflussen könnte.

Moderne Autotechnik als Risiko

Denn es geht um mehr als nur Datenschutz: Sicherheitsbehörden sorgen sich vor allem um mögliche Auswirkungen auf die Spionageabwehr und den Schutz sensibler Einrichtungen. Dabei geht es auch um Fahrzeuge, die sich regelmäßig in der Nähe von Kasernen, Ministerien, Nachrichtendiensten oder kritischer Infrastruktur bewegen.

Neue Wachsamkeit am Schlagbaum: Wer spionieren könnte, bleibt draußen.Vergrößern des Bildes
Neue Wachsamkeit am Schlagbaum: Wer spionieren könnte, bleibt draußen.

Deutschland ist für diese Risiken nach eigener Aussage sensibilisiert. Das Bundesverteidigungsministerium sieht in moderner Autotechnik ein mögliches Risiko für die militärische Geheimhaltung. „Grundsätzlich stellen aus Sicht der Militärischen Sicherheit alle Sensoren eines Fahrzeugs, die für eine Ausspähung geeignet sind, eine Bedrohung dar“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums. Dazu zählen Kamera- und Radarsysteme, Mikrofone sowie selbstständige und fernsteuerbare Datenübertragungssysteme.

Praktische Konsequenzen gibt es bereits. Auf Anfrage von t-online teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit: „Es gibt zum Beispiel Zufahrtsverbote für gewisse Fahrzeugtypen für spezielle Sicherheitsbereiche.“ Für die private Nutzung existierten für Militärangehörige dagegen „zum jetzigen Zeitpunkt“ keine pauschalen Verbote.

Nach Recherchen von WDR und NDR dürfen chinesische Fahrzeuge auf bestimmten Liegenschaften des Bundesnachrichtendienstes nicht parken. Auch beim Operativen Führungskommando der Bundeswehr in Schwielowsee bei Potsdam gelten demnach entsprechende Einschränkungen. Großbritannien hat bereits ähnliche Maßnahmen eingeführt. In Polen kündigte das Verteidigungsministerium kürzlich an, chinesische Fahrzeuge aus bestimmten militärischen Bereichen fernhalten zu wollen.

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