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Gesundheit

Experte warnt vor Ausbruch historischen Ausmaßes

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 30, 2026
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Experte warnt vor Ausbruch historischen Ausmaßes

Kein Ende in Sicht

Ebola – warum die Lage zu eskalieren droht

Aktualisiert am 30.07.2026 – 14:48 UhrLesedauer: 4 Min.

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Handwäsche (Symbolbild): Der Umgang mit an Ebola Erkrankten erfordert hohe Sicherheitsvorkehrungen, die in den betroffenen Gebieten oft kaum umzusetzen sind. (Quelle: BethanyFank/getty-images-bilder)

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Die Virusinfektion Ebola breitet sich im Ostkongo immer noch weitgehend unkontrolliert aus. Fachleute befürchten einen Ausbruch historischen Ausmaßes.

Mehr als 3.400 bestätigte Fälle und über 1.500 Tote in drei Monaten: Damit ist die aktuelle Ebolaepidemie im Osten der Demokratischen Republik Kongo der drittschwerste jemals bekannt gewordene Ausbruch des Fiebers. Das lebensbedrohliche Virus breitet sich so schnell aus wie nie zuvor. In nur drei Monaten sind mehr als 1.500 Menschen an der Infektion gestorben. Trotz Nachverfolgung von Kontaktpersonen ist bei den meisten Neuerkrankten nicht klar, wo sie sich angesteckt haben.

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Das Ebolavirus ist durch direkten körperlichen Kontakt mit Infizierten oder deren Körperflüssigkeiten übertragbar. Die Infektion löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus. Alle bisherigen Ausbrüche sind ausnahmslos in Afrika südlich der Sahara aufgetreten.

Wie der für die Berliner Charité tätige Epidemiologe Maximilian Gertler der Deutschen Presse-Agentur mitteilt, sieht die Lage derzeit wesentlich dramatischer und dynamischer aus als zu Beginn der bislang schlimmsten Ebolaepidemie in Westafrika 2014. Damals starben binnen zwei Jahren mehr als 11.000 Menschen. Er fügt hinzu: „Es gibt leider im Moment kaum Anzeichen dafür, dass wir diese Epidemie besser, effektiver und früher stoppen können als die Epidemie von 2014/15.“ Gertler war für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mehrfach im Ebolaeinsatz.

Wie entwickelt sich der Ausbruch im Ostkongo?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Mitte Mai den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Der erste nachgewiesene Ebolapatient starb Ende April in der ostkongolesischen Grenzprovinz Ituri, in der schätzungsweise etwa acht Millionen Menschen leben. Fachleute gehen jedoch mittlerweile davon aus, dass das Virus schon seit Februar in der Region grassierte.

Bislang sind mehr als 3.400 Fälle im Labor nachgewiesen worden. Die tatsächliche Zahl der Infizierten könnte nach Schätzungen der WHO zwei bis vier Mal so hoch liegen. Demnach werden mehr als 80 Prozent der neuen Fälle außerhalb der Kontaktlisten anderer Patienten entdeckt, was zeigt, dass das Virus sich weiterhin ungehindert ausbreitet.

Die Zahl der Neuerkrankungen steigt wöchentlich an. Die Epidemie breitet sich auch räumlich immer weiter aus. Mittlerweile gibt es Fälle in fünf Provinzen, darunter direkt an der belebten Grenze zum armen und instabilen Südsudan.

Wieso ist das Fieber so tödlich?

Nach Behördenangaben liegt die Sterberate derzeit bei etwa 44 Prozent. Das bedeutet: Fast die Hälfte aller nachgewiesenen Fälle verlief tödlich. Für die für den Ausbruch verantwortliche Bundibugyo-Variante des Ebolavirus gibt es noch keine gezielten Impfstoffe oder Medikamente. Nach Angaben der WHO lag die Sterberate bei den beiden letzten Bundibugyo-Ausbrüchen 2007 in Uganda und 2012 im Kongo bei 30 beziehungsweise 50 Prozent.

Mitarbeitende der Ärzte ohne Grenzen berichten, dass viele Erkrankte erst in die Behandlungszentren kämen, wenn sie kritische Symptome hätten. Dann seien ihre Überlebenschancen jedoch gering. Zwei Drittel der Toten sind nach Angaben der WHO Menschen, die in ihren Gemeinden sterben und nie in einer auf Ebola spezialisierten Einrichtung behandelt wurden. Todesfälle in Familien sind besonders gefährlich, weil sich pflegende Angehörige leicht anstecken können.

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