Handwerk in Sorge
EU stoppt Förderung für zahlreiche Solar-Projekte
09.05.2026 – 06:31 UhrLesedauer: 3 Min.

Die EU hat einen Förderstopp für Wechselrichter aus bestimmten Ländern in Solaranlagen verhängt. Betroffen sind vor allem Geräte aus China.
Solaranlagen und andere neue Projekte im Energiesektor sollen nur noch dann eine EU-Förderung erhalten, wenn sie ohne bestimmte elektrische Bauteile aus Ländern wie China auskommen. Konkret geht es um smarte Wechselrichter zur Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom, wie die EU-Kommission am Montag mitteilte. Laut Brüssel stellen sie eine potenzielle Bedrohung für die Stromnetze der EU dar. In der Praxis könnten sie zu einer Fernabschaltung der Netze der Mitgliedstaaten dienen und landesweite Stromausfälle herbeiführen, sagte die Sprecherin.
Neben solchen aus China sind Bauteile aus Russland, dem Iran und Nordkorea von dem Verbot betroffen. Relevant ist in diesem Bereich aktuell aber eigentlich nur China, das rund 80 Prozent der Wechselrichter in Europa bereitstellt. Der Förderstopp trifft also sehr viele Solarprojekte.
Wichtig für Kunden zu wissen: Es besteht keine Austauschpflicht für bereits bestehende Projekte. Wer einen chinesischen Wechselrichter schon installiert hat, braucht sich keine Sorgen zu machen. Betroffen sind aber neue, große Solaranlagen – keine privaten Anlagen. Es ist allerdings noch unklar, in welchem Rahmen der Förderstopp Projekte betrifft, die in Deutschland zum Beispiel über die KfW-Bank oder über Landesprogramme gefördert werden. Und das führt zu Unmut in der Solarbranche.
Der Bundesverband des Solarhandwerks (bdsh) schreibt etwa, dass er die Sorge der EU teile: „Eine derart konzentrierte Abhängigkeit von einzelnen Anbietern aus geopolitisch sensiblen Märkten ist mit dem Begriff ‚kritische Infrastruktur‘ nicht vereinbar.“ Der Verband sei aber äußerst besorgt über die Art und Weise, wie die Änderung kommuniziert wurde. So habe es keine öffentliche Pressemitteilung zu dem Thema gegeben, was zu einer „erheblichen Verunsicherung im Markt“ geführt habe. In Deutschland habe man von der geplanten Änderung zunächst nur über Medienberichte erfahren.
Der bdsh stellt jetzt aber klar, dass Eigentümer von privaten Solaranlagen keine Sorge haben müssten. Das Förderverbot für chinesische Wechselrichter gelte nicht für die Einspeisevergütung in Deutschland, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) an Eigentümer gezahlt wird. Eigenheimbesitzer seien ohnehin nicht betroffen.
„Verunsicherung ist – wie der Verband mehrfach festgehalten hat – der größte Investitionskiller der Energiewende“, heißt es. Wenn die EU ihre Vorhaben nicht klar kommuniziere, könnten Solarteure (Fachhandwerker für Solaranlagen) auch keine rechtssichere Beratung anbieten. „Das Solarhandwerk braucht klare Listen, klare Schwellenwerte und klare Übergangsregelungen – keine vertraulichen Videokonferenzen.“
Problematisch sei zudem, dass es aktuell nicht genügend europäische Hersteller von Wechselrichtern gebe. Einzelne Unternehmen wie SMA, Fronius, Kostal oder Varta hätten zwar angegeben, ihre Produktion hochfahren zu wollen. So etwas brauche aber Zeit und verlässliche Planung.










