Damals habe Vinick die gemeinnützige Organisation namens „Friends for Toki“ gegründet, erzählte Wallace weiter. Toki war eine Orca-Dame, die nach mehr als 50 Jahren im Miami Seaquarium freigelassen werden sollte. Ihr Becken in dem Ozeaneum galt als das kleinste Gehege in ganz Nordamerika.
Vinick habe damals behauptet, er wolle ein Meeresrefugium für Toki aufbauen, damit der Wal das kleine Becken verlassen konnte, führte Wallace im Gespräch mit t-online weiter aus. Er habe dafür Spenden gesammelt. „Doch das Meeresrefugium in Nova Scotia, das für Toki entstehen sollte, existiert bis heute nicht.“
Wallace erhebt weitere schwere Vorwürfe gegen Vinick, er habe Toki regelrecht verhungern lassen. „Ich war lange die Ärztin des Wals und arbeitete mit der Tierärztin zusammen, die sich 23 Jahre lang um diesen Orca gekümmert hat. Es ging ihr nicht gut. Sie war gestresst, wirkte aggressiv“, erinnerte sie sich. „Wir haben damals Vinick gesagt: Ihr gebt ihr nicht genug zu fressen. Ihr werdet sie töten. Und genau das haben sie getan.“
In einem dringenden Zoom-Meeting mit mehreren Beteiligten habe sie damals gesagt: „Ihr müsst sie sofort herausholen. Sie wird nicht ausreichend versorgt und wird sterben“, berichtete Wallace nun. Dennoch hätten Mitglieder von Vinicks Teams öffentlich ausgesagt, es gehe dem Wal gut.
Trotz der Warnungen habe sich die Situation von Toki weiter verschlechtert. Während eines Abwasserproblems soll sogar die Chlorzufuhr im Becken gestoppt worden sein, sodass verunreinigtes Wasser zurück in das Becken gelangen konnte, so Wallace.
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Toki sollte damals tatsächlich in einer Bucht im Meer vor dem US-Bundesstaat Washington ausgewildert werden. Das Vorhaben galt allerdings als riskant, da der Orca über eine lange Strecke transportiert werden musste und nicht auf ein Leben in Freiheit vorbereitet war. Der Orca sollte sich daher zunächst in einem Gehege im Meer mit der neuen Umgebung vertraut machen, bevor man das Tier in die Freiheit entließ.
Die Umsiedlung sollte mit 20 Millionen Dollar finanziert werden, die Jim Irsay, der Chef der Footballmannschaft Indianapolis Colts, dafür bereitstellen wollte.
