Vorfall am Flughafen BER

Abschiebehäftling randaliert – Notrutsche soll ausgelöst haben

Aktualisiert am 23.04.2026 – 10:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine A320 der Austrian Airlines steht am Terminal am Flughafen BER: In der Maschine kam es zu dem Vorfall. (Quelle: dpa)

Gerangel im Flugzeug am BER: Nach einem Vorfall wird ein Mann von Polizisten abgeführt. Die Notrutsche wird ausgelöst, Passagiere müssen aussteigen.

An Bord eines Flugzeugs am Berliner Hauptstadtflughafen soll ein Abschiebehäftling am Donnerstagmorgen randaliert haben. Polizisten leiteten den Mann laut einem dpa-Reporter aus der Maschine – dabei soll die Notrutsche an der Vordertür des A320 ausgelöst worden sein. Alle Passagiere mussten daraufhin das Flugzeug verlassen.

Das Flugzeug sollte am Morgen von Berlin nach Wien fliegen. Eine Sprecherin von Austrian Airlines bestätigte einen Vorfall in der Maschine mit einem Mann, der abgeschoben werden sollte. Der Passagier habe sich lautstark bemerkbar gemacht, weswegen beschlossen worden sei, dass er aussteigen müsse. Leider sei die Notrutsche aktiviert gewesen.

Auf der Fluginformationsseite des BER war zu sehen, dass der Flug eigentlich um 7 Uhr hätte starten sollen. Am späten Morgen durften die ersten Passagiere wieder in die Maschine einsteigen. Nach Angaben der Airline-Sprecherin wird der Flug mit zweieinhalb Stunden Verspätung in Wien erwartet.

Da die Vordertür ohne Notrutsche nicht zur Evakuierung genutzt werden konnte, mussten rund ein Drittel der Passagiere aussteigen. Deswegen sei die Zahl der Fluggäste um 51 auf 110 reduziert worden, wie die Sprecherin erklärte. Dabei handle es sich um eine Sicherheitsvorgabe. Die Notfallrutsche werde dann in Wien ausgetauscht.

Im vergangenen Jahr wurden 1.593 Abschiebungen mit Beteiligung der Bundespolizei abgebrochen, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage mehrerer Linken-Abgeordneten hervorgeht.

Die Gründe waren etwa medizinische Notfälle, aktiver und passiver Widerstand, fehlendes Personal oder Dokumente sowie Selbstverletzung oder derartige Versuche. Auch ein Ablehnen der Übernahme durch die Bundespolizei oder Gründe im Zusammenhang mit dem Flug selbst werden genannt.

Im Vorjahr wurden 22.787 Menschen abgeschoben, davon 19.987 über den Luftweg.

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