Kerosinknappheit
Was wird aus unserem Sommerurlaub?
Aktualisiert am 20.04.2026 – 15:50 UhrLesedauer: 4 Min.

Der Sommerurlaub ist den Deutschen heilig. Ist er dieses Jahr wegen Kerosinknappheit in Gefahr?
EasyJet gibt Entwarnung. „Derzeit gibt es keine Probleme bei der Treibstoffversorgung, und unsere Flüge verlaufen planmäßig. Wie alle Fluggesellschaften beobachten wir die Lage aufmerksam und stehen in regelmäßigem Kontakt mit unseren Lieferanten und Flughäfen“, teilte die Airline mit. „Wir haben 70 Prozent unseres Kerosinbedarfs für den Sommer abgesichert, was uns hilft, die Kosten zu kontrollieren. Wir haben daher keine Pläne, Änderungen am Flugplan vorzunehmen.“
Vorgesorgt hat auch die zur Lufthansa gehörende Eurowings. Ein Pressesprecher meldet: „Der Kerosinbedarf für die Lufthansa Group für das Jahr 2026 ist zu rund 80 Prozent auf Basis des Rohölpreises abgesichert, für das Jahr 2027 zu rund 40 Prozent – beides zu einem Vorkrisen-Preisniveau. Mit diesem Sicherungsgrad stehen wir besser da als die meisten Wettbewerber.“
„Flüge sowie operative Abläufe finden derzeit planmäßig statt“, sagt auch Condor. Die weitere Entwicklung hänge aber maßgeblich von der Dauer und Intensität der geopolitischen Lage sowie den damit einhergehenden Auswirkungen auf die Energiemärkte ab. „Wie viele andere Airlines verfügt Condor über ein marktübliches Hedging-Programm (damit sichert man sich Preise im Voraus, Anm. d. Red.), wodurch sich kurzfristige Preisschwankungen vorerst begrenzt auf die Kostenstruktur auswirken“, so die Fluggesellschaft weiter.
Man beobachte die Lage und die Verfügbarkeit von Kerosin kontinuierlich und stehe im engen Austausch mit relevanten Partnern, Flughäfen und Behörden. Auch Fluganpassungen würden geprüft, „um einen stabilen Flugbetrieb sicherzustellen. Ziel ist es, Auswirkungen für Reisende so gering wie möglich zu halten“.
TUIfly, eine Tochtergesellschaft der TUI Group, berichtet ebenfalls Positives. „Wir gehen davon aus, dass unsere Reisenden ihren Urlaub ganz normal antreten können“, sagt Pressesprecher Aage Dünhaupt. Er rät dazu, „den Urlaub jetzt zu buchen, da man sich so die Preise sichern kann, falls es teurer werden sollte.“
Die niederländische Fluggesellschaft KLM musste einige Anpassungen im Flugplan für den Monat Mai vornehmen und teilte dem MDR mit: „Eine begrenzte Anzahl von Flügen innerhalb Europas ist derzeit aufgrund steigender Kerosinkosten wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Es werden 80 Hin- und Rückflüge von und nach Schiphol weniger durchgeführt. Betroffene Passagiere werden umgebucht.“ Es bestehe aber kein Kerosinmangel, so KLM.