Exotische Haustiere
Diese Tiere dürfen in Deutschland legal gehalten werden
Aktualisiert am 06.06.2026 – 08:21 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein Känguru im Garten, eine Schlange im Haus – ist das erlaubt? Das sind die rechtlichen, ethischen und praktischen Herausforderungen mit exotischen Haustieren.
Es kommt immer mal wieder vor: Ein exotisches Tier büxt aus einem Zirkus, Zoo oder sogar einem Privathaushalt aus und löst Aufregung aus. Noch nicht allzu lange ist es her, dass in Berlin fieberhaft nach einer entlaufenen „Löwin“ gesucht wurde, die sich am Ende als Wildschwein herausstellte.
Nun sucht Berlin wieder nach einem Ausreißer. Diesmal handelt es sich wohl um ein Wallaby, eine kleine Känguru-Art. Das Tier soll am Sonntag von einem Privatgrundstück in Kladow entwischt sein.
- Lebensgefahr im Stadtverkehr: Mini-Känguru ausgebüxt – prominenter Besitzer?
Exotische Tiere als Haustiere: Was für manche nach Abenteuer und Individualität klingt, wirft rechtlich und ethisch viele Fragen auf. Ist das überhaupt erlaubt? Welche Tiere dürfen in privaten Haushalten leben – und unter welchen Bedingungen?
Was sind „exotische Tiere“ überhaupt?
Der Begriff „exotisch“ ist gesetzlich nicht eindeutig definiert. Im Alltag versteht man darunter Tiere, die aus anderen Klimazonen stammen und in deutschen Haushalten eher ungewöhnlich sind. Dazu zählen Reptilien wie Chamäleons, Vögel wie Papageien, Affen, Wildkatzen oder Beuteltiere wie das Känguru. Was auf den ersten Blick faszinierend wirkt, bringt in der Praxis erhebliche Herausforderungen mit sich – rechtlich wie praktisch.
Was erlaubt ist – und was nicht
Einheitliche Regeln zur Haltung exotischer Tiere gibt es in Deutschland nicht. Stattdessen entscheiden die Bundesländer selbst über Verbote und Genehmigungen – ein echter Flickenteppich an Vorschriften. In einigen Regionen dürfen Tiere gehalten werden, die in anderen vollständig verboten sind.
- Viele harmlose Arten wie bestimmte Papageien, Schildkröten oder Kornnattern dürfen ohne Genehmigung gehalten werden – unter Einhaltung der tierschutzrechtlichen Vorschriften.
- Bei gefährlichen Tieren wie Raubkatzen, Affen oder Giftschlangen ist meist eine Genehmigung erforderlich. In einigen Bundesländern ist deren private Haltung vollständig untersagt.
- Einige Tierarten stehen zudem unter internationalem Artenschutz. Ihre Haltung erfordert spezielle Nachweise über Herkunft und Registrierung.
Ein kurioses Beispiel ist das Känguru: Tatsächlich ist die Haltung mancher Arten in Deutschland nicht grundsätzlich verboten. Die gesetzlichen Regelungen unterscheiden sich auch hier von Bundesland zu Bundesland.
Kängurus im Garten – wirklich erlaubt?
Privatpersonen dürfen Kängurus halten – vorausgesetzt, die Bedingungen stimmen. Dazu gehört ein ausbruchsicheres Gehege von mindestens 1,80 Metern Höhe, ausreichend Auslauf und Kenntnisse über die Haltung. Dass das nicht immer funktioniert, zeigt das aktuelle Beispiel aus Berlin.
Solche Fälle machen auch deutlich: Was theoretisch erlaubt ist, kann in der Praxis schnell zur Belastung für Tier, Halter und Umwelt werden.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Je nach Tierart und Bundesland gelten unterschiedliche Anforderungen. Wer ein exotisches Tier halten möchte, muss unter Umständen:
- einen Sachkundenachweis erbringen,
- das Tier beim Veterinäramt melden,
- eine Genehmigung einholen sowie
- eine Haltung gewährleisten, die den natürlichen Lebensraum möglichst genau nachbildet.










