Boykott-Aufruf auf Instagram
Barista soll Kunden wegen Palästina-Kette bedrängt haben
06.05.2026 – 03:57 UhrLesedauer: 2 Min.
„The Barn“ gilt als Berliner Kult-Rösterei, doch nun ermittelt das Unternehmen gegen einen eigenen Mitarbeiter. Der Vorwurf wiegt schwer.
Ein viral gegangener Instagram-Post bringt die Berliner Café-Kette und Kaffeerösterei „The Barn“ in Bedrängnis. Der Autor des Beitrags, Kevin-Ahn Kwang Soo-Groen, schildert darin, wie er am 1. Mai die Filiale am Hackeschen Markt besuchte und statt eines Kaffees eine unerwünschte Konfrontation erlebte.
Kwang Soo-Groen, der laut Berliner Zeitung als Poetry-Slam-Künstler arbeitet und sich nach eigenen Angaben beruflich mit Kommunikations- und Verhaltensdynamiken beschäftigt, schreibt: „Heute wurde ich unerwartet von einem (Ex-)IDF-Soldaten belästigt, der an der Kasse arbeitete, als er mich auf meine Palästina-Halskette ansprach.“
Als er an der Reihe war, habe der Barista auf seine Kette gezeigt und gesagt: „Das ist aber enttäuschend.“ Statt die Bestellung aufzunehmen, habe er eine Diskussion verlangt. Der Mitarbeiter habe sich dabei als ehemaliger IDF-Soldat zu erkennen gegeben, der Hamas-Gräueltaten aus eigener Anschauung miterlebt habe. Er habe Kwang Soo-Groen aufgefordert, zu erklären, was seine Kette bedeute, und angekündigt, ihm zu beweisen, dass alles, was er über Palästina wisse, falsch sei.
Den Barista beschreibt Kwang Soo-Groen in seinem Post als „(Ex-)IDF-Soldat, Zionist und Genozid-Unterstützer“ – Formulierungen, die seine Perspektive auf den Konflikt widerspiegeln. Bekannt sei ihm der Mann gewesen, zuvor jedoch nicht negativ aufgefallen: „Einmal haben wir sogar über meine Modewahl gesprochen, und er bat mich um Rat.“
Kwang Soo-Groen schreibt, er sei grundsätzlich nicht an einem Gespräch mit einem IDF-Soldaten interessiert gewesen: „Um es klarzustellen: Es macht wenig Sinn, mit einem IDF-Soldaten zu diskutieren, der persönlich am Völkermord beteiligt war.“ Da er jedoch noch Zeit gehabt habe, habe die Auseinandersetzung im Beisein von Kollegen und anderen Gästen stattgefunden.
In seinem mehrteiligen Beitrag dokumentiert er die Argumente des Baristas und analysiert sie aus seiner Sicht als rhetorische Manipulationstaktiken, darunter sogenannte Gotcha-Fragen und den Versuch, ihm Worte in den Mund zu legen. So habe der Mitarbeiter schließlich behauptet, Kwang Soo-Groen wolle mit seiner Kette ausdrücken, dass Israel zerstört und alle Israelis vertrieben werden sollten. Darauf habe er geantwortet: „Das ist es, was Sie wollen, dass ich sage, damit Sie mich verleumden, beschuldigen und anklagen können.“
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„Abgesehen von der völligen Unprofessionalität stellt dies eine Belästigung dar“, schreibt Kwang Soo-Groen. Der Mitarbeiter habe ihm den Service verweigert und ihn verbal unter Druck gesetzt. Eine offizielle Beschwerde prüfe er, halte sie jedoch für wenig erfolgsversprechend: „The Barn wird ohnehin die Seite seines Mitarbeiters ergreifen.“
