Trotz hoher Einnahmen
Frankfurt macht fast 400 Millionen Euro Defizit
Aktualisiert am 05.05.2026 – 20:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Trotz Gewerbesteuereinnahmen nahe am Rekordwert macht Frankfurt ein Defizit. Der Kämmerer sorgt sich um die „Zukunftsfähigkeit der Stadt“.
Die Stadt Frankfurt am Main schloss das Haushaltsjahr 2025 mit einem Defizit von 382,97 Millionen Euro ab – dem schlechtesten Ergebnis seit 2007. Das teilte Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne) am Dienstag (5. Mai) bei der Vorstellung der Jahresabschluss-Eckdaten mit.
Das Jahresergebnis lag laut Bergerhoff um rund 229 Millionen Euro unter dem Planwert, das ordentliche Ergebnis sogar um rund 242 Millionen Euro. „Damit müssen wir erstmals seit 2020 Mittel aus der Rücklage entnehmen“, sagte der Stadtkämmerer. Der Rücklagenstand sank von 1,01 Milliarden Euro zu Beginn vergangenen Jahres auf 703,53 Millionen Euro zum 31. Dezember 2025.
Das Defizit entstand trotz starker Einnahmen. „Wir haben ein hohes Defizit, obwohl wir auf der Einnahmeseite beinahe den Gewerbesteuerrekord von 2024 einstellen konnten“, sagte Bergerhoff. Die Gewerbesteuererträge lagen 2025 bei rund 3,13 Milliarden Euro – 128,13 Millionen Euro über dem Planwert.
Hauptursache des Defizits sind nach Angaben Bergerhoffs Budgetüberschreitungen in mehreren Dezernaten, die sich stadtweit auf 304,51 Millionen Euro summierten. Die Überschreitungen seien „überwiegend ohne vorherige Gremienzustimmung und damit unter Missachtung der haushaltsrechtlichen Vorgaben und der Allgemeinen Bewirtschaftungsvorschriften“ erfolgt, sagte Bergerhoff.
Den größten Anteil an nicht gedeckten Mehrkosten trug laut städtischer Mitteilung das Dezernat Bildung, Immobilien und Neues Bauen mit 185,93 Millionen Euro. Weitere Überschreitungen entfielen unter anderem auf die Dezernate Kultur und Wissenschaft sowie Ordnung, Sicherheit und Brandschutz.
Trotz des Defizits investierte die Stadt 2025 im Vergleich zum Vorjahr etwas weniger. Nur 28,1 Prozent der verfügbaren Mittel wurden laut Bergerhoff abgerufen. Ursachen seien zu ambitionierte Planansätze sowie Verzögerungen beim Baubeginn und in der Bauausführung.
Bergerhoff fasste die Lage so zusammen: „Während manche Dezernate im konsumtiven Bereich unter Missachtung der haushaltsrechtlichen Vorgaben deutliche Budgetüberschreitungen zu verantworten haben, bekommen wir die für wichtige Investitionen bereitgestellten Gelder nicht auf die Baustellen.“ Die Konsequenz zog er selbst: „Wir müssen die Planansätze und den Haushaltsvollzug wieder stärker in Einklang bringen. Sonst verspielen wir die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.“
