Das Shiller-CAPE, auch Shiller-KGV genannt, setzt die Aktienkurse ins Verhältnis zu den inflationsbereinigten Unternehmensgewinnen der vergangenen zehn Jahre. Ein gewöhnliches Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV, zeigt, wie hoch eine Aktie im Verhältnis zu ihrem Gewinn bewertet ist. Das Shiller-CAPE glättet kurzfristige Schwankungen und soll dadurch ein langfristigeres Bild der Marktbewertung liefern.

Shiller-CAPE

Der Nobelpreisträger Robert Shiller entwickelte die Kennzahl, um zu beurteilen, ob ein Aktienmarkt im historischen Vergleich günstig oder teuer ist. Ein hoher Wert deutet auf eine hohe Bewertung hin. In solchen Phasen fallen die Renditen der folgenden Jahre häufig geringer aus.

Aktuell liegt das Shiller-CAPE bei rund 41. Seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1881 erreichte die Kennzahl nur einmal einen höheren Stand: Im Dezember 1999, kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase, lag sie bei 44,2 Punkten. Anschließend verlor der S&P 500 rund die Hälfte seines Werts.

Auch im November 2021 folgte auf einen CAPE-Höchststand von 38,6 Punkten eine Korrektur. Der Börsencrash von 1929 begann dagegen bereits bei einem Wert von etwa 27,6 Punkten und damit deutlich unter dem heutigen Niveau.

Buffett-Indikator steigt auf Rekordhoch

Gleichzeitig hat auch der sogenannte Buffett-Indikator ein Allzeithoch erreicht. Die Kennzahl setzt den Gesamtwert der US-Aktien ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten. Einfach ausgedrückt zeigt der Indikator, wie groß der Aktienmarkt im Vergleich zur gesamten Wirtschaft ist. Je höher der Wert ausfällt, desto teurer erscheint der Markt.

Warren Buffett zufolge deuteten Werte zwischen 70 und 80 Prozent in der Vergangenheit auf Kaufgelegenheiten hin. Werte nahe 200 Prozent bezeichnete er dagegen als Zeichen eines extrem hohen Risikos, wie es etwa während der Dotcom-Blase bestand.

Der historische Durchschnitt seit 1970 liegt bei rund 88 Prozent. Laut „The Motley Fool“ erreichte der Buffett-Indikator am 1. Juni 2026 einen Rekordstand von 238,5 Prozent. Das spricht für eine massive Überbewertung des US-Aktienmarkts.

Hohe Bewertungen sagen keinen Crash voraus

Shiller-CAPE und Buffett-Indikator zeigen eine historisch hohe Bewertung des US-Markts. Anleger sollten beide Kennzahlen dennoch nicht als präzise Zeitmesser für einen bevorstehenden Crash verstehen.

Ein Markt kann lange teuer bleiben. Solange insbesondere KI-Aktien weiter steigen, wirkt es Buffett zufolge verlockend, auf der Erfolgswelle mitzuschwimmen. Ein starker Hype kann kurzfristig sogar die Kurse schwacher Unternehmen in die Höhe treiben.

Das Risiko steigt jedoch, wenn der Aktienkurs nicht mehr zu den wirtschaftlichen Grundlagen eines Unternehmens passt. Zu diesen Fundamentaldaten zählen etwa Umsatz, Gewinn, Verschuldung und die langfristigen Geschäftsaussichten. Überbewertete Aktien können in einem Bärenmarkt oder während einer Rezession besonders stark fallen. Als Bärenmarkt bezeichnet man eine längere Phase deutlich sinkender Kurse.

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