Er hat es wirklich getan: Wie angekündigt hat ein Mannheimer Stadtrat im Rathaus eine Swingerparty veranstaltet. Wie es war und was er damit bezweckt, erzählt er t-online im Interview.

Julien Ferrat sitzt für seine Partei Die Mannheimer ganz allein im Gemeinderat von Mannheim, erregt dort seit seiner Wahl im Jahr 2024 aber deutlich mehr Aufmerksamkeit, als es ein Einzelmandat vermuten ließe. Kein großes deutsches Medium scheint an ihm vorbeizukommen, auch international findet er von Brasilien bis Russland Beachtung. „Insgesamt wurde in über 50 Ländern auf allen sechs Kontinenten berichtet“, teilt Ferrat stolz mit. „Aktueller Zählstand ist 53.“

Sex sells: Ferrats Ziel ist es, Mannheim in ein Swinger-Paradies zu verwandeln. Vergangenen Freitag hat er eine angekündigte Sexparty im Rathaus umgesetzt. Er selbst nahm ebenfalls teil.

t-online: Herr Ferrat, übertreiben Sie es mit der Bürgernähe nicht ein wenig?

Julien Ferrat: Was ich mache, ist auf jeden Fall mal etwas anderes. Gruppensex mit dem Stadtrat dürfte das Nonplusultra an Bürgernähe sein: Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes ein Politiker zum Anfassen.

Können Sie bitte möglichst jugendfrei schildern, was Sie am vergangenen Freitag im Mannheimer Rathaus gemacht haben?

Wir waren insgesamt zu neunt, zwei Damen und sieben Männer, wobei zwei der Männer leider etwas schüchtern waren und nur zugesehen haben. Es gab dann Handjobs, Oralverkehr und Geschlechtsverkehr …

Halt, Herr Ferrat, Sie wollten doch jugendfrei bleiben.

Es wurden Intimitäten ausgetauscht, und es war wirklich eine gelungene Swingerparty mit einem großen Maß an Vertrautheit. Dass zwei der Männer bloß zugeschaut haben, war nicht weiter schlimm: Fünf Männer und zwei Frauen sind ja auch schon genug, sage ich mal. Es war die schönste Veranstaltung im Rathaus, an der ich jemals teilgenommen habe. So viel Spaß hatte ich dort noch nie.

Eines der Fotos von der Sex-Party im Rathaus: Um den Teppichboden zu schonen, fanden die Aktivitäten auf einer Decke statt. (Quelle: privat)

Fotos von der Party zeigen einen tristen Raum mit weißen Wänden und einem grauen Teppichboden.

Das war der Raum 58a, den können Gemeinderatsmitglieder für verschiedene Anlässe mieten. Der Teppich dort ist graublau, würde ich sagen.

Trotzdem nicht unbedingt eine besonders antörnende Umgebung, oder?

Für unsere Aktivitäten hatten wir noch eine schwarze Decke, unter die wir eine Luftmatratze geschoben haben. Das war auf jeden Fall in Ordnung. Aber natürlich gibt es schönere Räume.

Ein anderer Raum hätte Ihnen auch Ärger ersparen können, der Ihnen nun möglicherweise droht. Immerhin hatte die Stadt Mannheim vorab erklärt, eine Sexparty im Rathaus nach aktuellem Stand nicht genehmigen zu können.

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