Die Bäume waren teilweise sogar einzeln nummeriert. Anleger erhielten Baumeigentumsurkunden und konnten sich dadurch als Eigentümer eines greifbaren Sachwerts verstehen. Hinzu kamen in Aussicht gestellte jährliche Renditen von acht bis zwölf Prozent.

Nummerierter Teakbaum: Tausende Anleger haben am Ende für Bäume bezahlt, die ihnen womöglich nie gehörten. (Quelle: Jens Reime/MDR)

Erhebliche Zweifel am vermeintlichen Eigentum

„Die entscheidende juristische Frage ist, ob dieses Eigentum tatsächlich wirksam übertragen wurde“, erklärt Rechtsanwalt Jens Reime. Eigentum an Bäumen sei in Costa Rica und Ecuador grundsätzlich möglich. Die rechtliche Konstruktion sei allerdings komplex und an klare Voraussetzungen gebunden.

In Costa Rica müsse das Eigentum an den Bäumen beispielsweise vom Eigentum am Grundstück getrennt werden, erklärt Reime. Dafür seien eine notarielle Beurkundung, eine eindeutige Zuordnung der Bäume und vor allem eine Eintragung in das öffentliche Register, das Registro Nacional, erforderlich.

Nur mit dieser Eintragung sei das Eigentum gegenüber Dritten geschützt. Besonders wichtig wird das im Fall einer Insolvenz des Grundstückseigentümers. Fehlt die Eintragung, besteht laut Reime faktisch kein durchsetzbares Eigentum.

In Ecuador kommt ein weiterer Faktor hinzu. Dort spielt der in der Verfassung verankerte Umweltschutz eine wichtige Rolle. Das könne dazu führen, „dass die wirtschaftliche Nutzung, insbesondere die Abholzung, eingeschränkt oder sogar verhindert wird“, erklärt Reime.

Verdacht auf mehrfach verkaufte Bäume

Noch schwerer wiegen Hinweise auf mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Vermittlung der Investments. Nach Angaben von Reime sprechen Aussagen von Plantagenmitarbeitern dafür, dass Bäume mehrfach vermittelt wurden.

Auch Anlegeranwalt Klaus Seimeth aus Ottweiler, der rund 400 Life-Forestry-Anleger vertritt, berichtete gegenüber MDR Thüringen von entsprechenden Auffälligkeiten. Unterlagen deuteten darauf hin, dass dieselben „Bäume oder auch Plantagenflächen mehrfach verkauft oder verpachtet wurden.“ Klarheit gebe es da noch nicht.

Seimeth geht außerdem davon aus, dass Life Forestry Anleger mit zu optimistischen Renditeprognosen getäuscht habe. Ein Gerichtsurteil gegen den Verwaltungsrat des Unternehmens stütze diese Einschätzung. Selbst das schlechteste dargestellte Szenario habe noch einen Gewinn mit Teakholz in Aussicht gestellt.

Der langjährige Geschäftsführer der Life Forestry Switzerland AG, Carl-Lambert Liesenberg, äußerte sich auf eine Anfrage von MDR Thüringen weitgehend nicht zu den Vorwürfen. Er teilte lediglich mit, den Anlegerinnen und Anlegern sei kein Schaden entstanden. Deshalb bestünden aus seiner Sicht auch keine Schadenersatzansprüche.

Was betroffene Anleger jetzt tun können

Für die Betroffenen geht es teilweise um erhebliche Summen. Nach Angaben der mit dem Fall befassten Rechtsanwälte investierten deutsche Anleger Beträge von niedrigen vierstelligen bis zu hohen sechsstelligen Summen. In einigen Fällen flossen Abfindungen oder die gesamte Altersvorsorge in das Teakholz-Investment.

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