Risiko ermitteln
Arteriosklerose? Diese Blutwerte können darauf hinweisen
Aktualisiert am 21.08.2026 – 16:47 UhrLesedauer: 3 Min.
Arteriosklerose kann gefährliche Folgen haben, bleibt aber oft lange unbemerkt. Dabei ist das Risiko oft bereits anhand verschiedener Blutwerte erkennbar.
Arteriosklerose heißt so viel wie Arterienverhärtung. Arterien sind die Blutgefäße, die sauerstoffreiches Blut vom Herzen weg in den Körper leiten. Wenn sie verhärten, dann meist, weil sich an ihrer inneren Wandschicht fettreiche Ablagerungen – sogenannte Plaques – gebildet haben. Der Fachbegriff für diese häufigste Form von Arteriosklerose lautet Atherosklerose.
(Übrigens: Wenn von Arteriosklerose die Rede ist, ist für gewöhnlich – auch in diesem Artikel – eigentlich nur die Atherosklerose gemeint.)
Typischerweise schreitet Arteriosklerose immer weiter fort, woraus sich mit der Zeit schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln können – einschließlich Herzinfarkt, Schlaganfall und vaskulärer Demenz. Solche Verläufe lassen sich aber durch gezielte Gegenmaßnahmen verhindern oder wenigstens hinauszögern – vorausgesetzt, diese beginnen frühzeitig.
Mehr erfahren: Das richtet Arteriosklerose an
Durch Zunahme der arteriosklerotischen Plaques verengen und versteifen sich die betroffenen Gefäße immer stärker. Die Folge sind Durchblutungsstörungen. Zudem können die Plaques einreißen (dann entsteht ein Blutgerinnsel, das einen vollständigen Gefäßverschluss verursachen kann) oder die Gefäßwand so schwächen, dass diese sich krankhaft aufweitet (das heißt, es entsteht ein Aneurysma).
Normalerweise dauert es viele Jahre, bis die krankhaften Gefäßveränderungen spürbar sind. Doch mithilfe von Blutuntersuchungen (etwa im Rahmen des Gesundheits-Check-ups) lässt sich das Risiko für Arteriosklerose gut einschätzen: Bestimmte Blutwerte können auch mittel- bis längerfristig vorwarnen, sodass Betroffenen die Chance bleibt, noch rechtzeitig vorzubeugen. Auf folgende Werte kommt es dabei besonders an.
Blutfettwerte
Die Menge verschiedener Fette (Lipide) einschließlich Cholesterin im Blut hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung von Arteriosklerose. Die Blutwerte für Cholesterin zu ermitteln, ist daher eine gängige Methode, um das Risiko einzuschätzen.
Allgemein gilt ein Gesamtcholesterinwert ab 200 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder 5,2 Millimol pro Liter (mmol/l) als Risikofaktor für Arteriosklerose. Da dieser Blutwert allein aber keine zuverlässigen Rückschlüsse auf das Herz-Kreislauf-Risiko erlaubt, lassen Ärztinnen und Ärzte häufig die Werte für LDL- und HDL-Cholesterin gesondert bestimmen:
- LDL-Cholesterin ist umgangssprachlich als „schlechtes Cholesterin“ bekannt. Denn wenn dauerhaft zu viel davon im Blut vorhanden ist, begünstigt dies Arteriosklerose. Bei gesunden Menschen ohne erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko gelten LDL-Werte bis 116 mg/dl als ideal. Ist das Risiko bereits erhöht, liegen die Idealwerte darunter.
- HDL-Cholesterin gilt als „gutes Cholesterin“. Denn wenn es in ausreichender Menge im Blut vorhanden ist, bietet es einen gewissen Schutz vor Arteriosklerose. Hingegen bedeuten niedrige HDL-Werte unter 35 mg/dl ein erhöhtes Risiko für die Bildung arteriosklerotischer Plaques.
Eine zusätzliche Messung der Triglyceride im Blut kann helfen, die Gefährdung durch Arteriosklerose genauer zu beurteilen: Besonders wenn die Blutwerte für diese Fette gleichzeitig mit dem LDL-Cholesterinspiegel zu hoch sind, steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Als gesund gelten Triglyceridwerte unter 200 mg/dl.
Ein ebenfalls wichtiger, aber seltener gemessener Risikofaktor für Arteriosklerose ist Lipoprotein (a) – abgekürzt Lp(a): Dieser Blutfettbestandteil kann ähnlich wie LDL-Cholesterin die Entstehung arteriosklerotischer Plaques begünstigen. Als optimal beziehungsweise nicht erhöht gelten Werte unter 30 mg/dl.