Lästige Infektion
Ständig wiederkehrender Lippenherpes – wie kommt das?
Aktualisiert am 21.08.2026 – 15:58 UhrLesedauer: 3 Min.
Ständig wiederkehrender Lippenherpes ist zwar meist harmlos, aber extrem lästig. Erfahren Sie, wie die Rückfälle zustande kommen und was dagegen hilft.
Lippenherpes – fachsprachlich Herpes labialis genannt – entsteht durch eine Infektion mit Herpes-simplex-Viren. Sein Ausbruch kündigt sich für gewöhnlich durch Kribbeln, Juckreiz und teils auch Schmerzen an der Lippe an. Anschließend wird die betroffene Stelle dick und es bilden sich die typischen kleinen, prallen Herpesbläschen.
Bei ansonsten gesunden Menschen heilen diese Lippenbläschen normalerweise nach etwa ein bis zwei Wochen von selbst wieder ab, ohne Spuren zu hinterlassen. Wer einmal Herpes hatte, kann ihn aber jederzeit erneut bekommen: Bis zu 40 Prozent der Bevölkerung erleben solche Rückfälle. Dabei kann sogar ein ständig wiederkehrender Lippenherpes auf nur eine einzige Infektion zurückgehen.
Ständig wiederkehrender Lippenherpes: Das steckt dahinter
Dass eine einmalige Infektion mit Herpes-simplex-Viren ausreicht, um wiederholt Lippenherpes zu verursachen, liegt an einer besonderen Eigenschaft dieser Erreger: Sind die Viren erst einmal in den Körper eingedrungen, können sie dort lebenslang ausharren und immer wieder zu Beschwerden führen.
Mehr wissen
Wenn es nach einer Infektion mit Herpes-simplex-Viren zu einem Rückfall (beziehungsweise Rezidiv) kommt, sprechen Fachleute von einem Herpes simplex recidivans. Ist dieselbe Stelle betroffen wie beim vorangegangenen Ausbruch, lautet der Fachbegriff Herpes simplex recidivans in loco. Wiederkehrender Lippenherpes ist die häufigste Form von rezidivierendem Herpes.
Die Ansteckung mit Herpes-simplex-Viren erfolgt meist über den Mundbereich. Dabei dringen die Viren über winzige Verletzungen in Zellen der Haut oder Schleimhaut ein und beginnen sich dort zu vermehren. Dies läuft meist ohne Symptome ab – Lippenherpes tritt typischerweise erst Monate oder Jahre später auf.
Das Immunsystem reagiert auf die Erstinfektion und bildet Antikörper gegen die Herpesviren. Beseitigen lässt sich die Infektion dadurch aber nicht. Stattdessen nisten sich die Viren in Nerven im Gesichtsbereich ein, wo sie über lange Zeit – manchmal auch für immer – inaktiv bleiben können. Nur wenn sie erneut aktiv werden, bildet sich Lippenherpes.
Solche Reaktivierungen passieren häufig – allerdings längst nicht bei jedem Menschen, der die Herpesviren in sich trägt. Warum Lippenherpes bei manchen Infizierten ständig wiederkehrt und bei anderen selten oder nie, ist nicht vollständig geklärt.
Wie oft und in welchen zeitlichen Abständen es zur Reaktivierung der Herpesviren kommt, schwankt ebenfalls stark: Bei einigen Betroffenen geschieht dies nur wenige Male im Leben, bei anderen praktisch ständig. Häufig tritt ein wiederkehrender Lippenherpes ein- bis sechsmal im Jahr auf.