Tumoren und Zysten
Knotige Veränderungen in der Brust: Ist es Krebs?
Aktualisiert am 21.08.2026 – 07:40 UhrLesedauer: 3 Min.
Eine knotige Veränderung in der Brust beim Selbstabtasten, ein auffälliger Befund beim Ultraschall oder bei der Mammografie macht den meisten Frauen Angst.
Meistens besteht kein Grund zur Panik. Denn: Häufig sind Gewebeveränderungen in der Brust gutartig. Welche gutartigen knotigen Gewebsverdichtungen oft für Beunruhigung sorgen.
Was bedeuten knotige Veränderungen?
Ertasten Frauen unter der Dusche plötzlich eine Gewebsveränderung in der Brust oder zeigt die Früherkennungsuntersuchung einen auffälligen Befund, sind Frauen alarmiert. Spricht der Arzt oder die Ärztin gar von Tumor, verspüren viele Angst. Doch der Begriff „Tumor“ bedeutet nicht zwingend bösartig. Als Tumor bezeichnen Ärzte jeden Knoten – unabhängig, ob er gut- oder bösartig ist.
„Einen Tumor in der Brust zu haben, bedeutet nicht zwangsläufig, an Brustkrebs erkrankt zu sein. Es braucht weiterführende Untersuchungen, um eine gesicherte Diagnose stellen zu können“, sagt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. „Die meisten auffälligen Befunde sind gutartig, nur ein geringer Teil bösartig.“
Welche gutartigen Tumoren in der Brust gibt es?
Es gibt verschiedene Ursachen, warum sich knotige Gewebeverdichtungen in der Brust bilden. Die häufigste Ursache sind zyklusbedingte Veränderungen im Gewebe. Besonders kurz vor der Periode ertasten Frauen oftmals Verdichtungen in der Brust. Diese verschwinden im kommenden Zyklus meist wieder.
„Frauen, die regelmäßig ihre Brust abtasten, bekommen ein gutes Gefühl dafür, wie sich ihr Brustgewebe im Verlauf des Zyklus anfühlt und sind durch zyklusbedingte Veränderungen weniger beunruhigt“, sagt Weg-Remers.
Einmal im Monat: Wie die Brust richtig abtasten?
Frauen wird empfohlen, einmal im Monat ihre Brust abzutasten – möglichst eine Woche nach dem Beginn der letzten Periode. Dann ist das Brustgewebe besonders weich und Veränderungen lassen sich leichter fühlen. Die Krebsexpertin rät, die Brust unter der Dusche abzutasten. Wasser und Duschgel erleichtern das Gleiten über die Haut und die Wärme entspannt das Gewebe zusätzlich.
„Lassen Sie knotige Veränderungen immer ärztlich abklären, wenn sie sich im Laufe des Zyklus nicht zurückbilden“, betont Weg-Remers. „In eine gynäkologische Praxis sollten Sie auch dann gehen, wenn Sie Veränderungen der Brustwarzen, etwa Einziehungen und Einsenkungen, Sekret-Absonderungen oder Entzündungen feststellen, einen neu auftretenden Brustgrößenunterschied bemerken oder Hautauffälligkeiten wie Großporigkeit oder Rötungen sowie Schwellungen in der Achselhöhle wahrnehmen.“
Lipome, Fibroadenome und Zysten: die Unterschiede
Neben den zyklusbedingten Gewebeveränderungen in der Brust können sich weitere, knotig tastbare Veränderungen im Brustgewebe entwickeln. Experten unterscheiden unter anderem Lipome, Fibroadenome und flüssigkeitsgefüllte Zysten. Bei Lipomen handelt es sich um gutartige Fettgeschwülste, Fibroadenome – die häufigsten gutartigen Tumoren der Brust – bilden sich aus Drüsen- und Bindegewebe und sind ebenfalls gutartig.
Ebenfalls häufig sind flüssigkeitsgefüllte Zysten im Brustgewebe. Dabei handelt es sich um eine gutartige Gewebekapsel, welche mit Flüssigkeit gefüllt ist. Auch sie kann sich von selbst wieder zurückbilden. Der Vorteil von Zysten ist: In der Regel kann der Gynäkologe oder die Gynäkologin bereits bei der Ultraschalluntersuchung erkennen, dass die Veränderung gutartig ist und Entwarnung geben.