Steckbrief
Was ist Krätze für eine Krankheit – und woher kommt sie?
Aktualisiert am 21.08.2026 – 14:13 UhrLesedauer: 3 Min.
Wer „Ich krieg die Krätze!“ ausruft, meint wohl kaum die gleichnamige Krankheit. Hier erfahren Sie, was Krätze medizinisch bedeutet und wie sie entsteht.
Krätze (Fachbegriff: Skabies oder auch Scabies) kann jeder Mensch bekommen – egal, wie alt er ist und ob er ansonsten völlig gesund ist oder nicht. Da empfiehlt es sich, über die Krankheit informiert zu sein. Wir haben dazu nachfolgend einige wichtige Fragen und Antworten zusammengestellt.
Was ist Krätze?
Krätze ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch den Befall mit Krätzmilben entsteht: Das sind winzige Parasiten, die zu den Spinnentieren gehören. Weibliche Krätzmilben sind mit einer Größe von 0,3 bis 0,5 Millimetern gerade noch mit bloßem Auge erkennbar, die männlichen Exemplare sind etwas kleiner.
Unbehandelt bleibt Krätze meist dauerhaft bestehen. Dies kommt daher, dass sich die Krätzmilben auf ihrem Wirt – dem befallenen Menschen – immer weiter fortpflanzen:
- Die männlichen Krätzmilben bleiben auf der Hautoberfläche, wo sie nach unbefruchteten Weibchen suchen.
- Nach der Begattung sterben die Männchen, während die befruchteten Weibchen sich in die oberste Hautschicht graben und dort tunnelförmige Gänge bohren.
- Die Weibchen bleiben in den Milbengängen, wo sie sich von Zellresten und Zellflüssigkeit des Menschen ernähren, Kot ausscheiden und ihre Eier ablegen.
- Die aus den Eiern schlüpfenden Larven verlassen die Milbengänge und graben sich auf der Hautoberfläche selbst ein, um sich zu fortpflanzungsfähigen Krätzmilben weiterzuentwickeln.
Für gewöhnlich leben bei Krätze durchschnittlich 5 bis 15 ausgewachsene weibliche Krätzmilben gleichzeitig in der Haut. Am häufigsten betroffen sind bestimmte Stellen an Händen, Armen und Füßen sowie im Bereich von Brustwarzen, Bauchnabel, Gesäß und Genitalien. (Lesen Sie auch unsere gesonderten Artikel zu Krätze an der Hand und Krätze im Genitalbereich.)
Typische Anzeichen für Krätze sind ein vor allem nachts starker Juckreiz und ein pickelartiger Hautausschlag. Beides ist die Folge einer allergischen Reaktion des Körpers auf die Eier und die Ausscheidungen der Krätzmilben.
Vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann Krätze auch schwerer verlaufen. Ein Beispiel hierfür ist die Borkenkrätze (Fachbegriff: Scabies crustosa), bei der große Teile des Körpers gerötet und mit dicken Schuppen und Krusten bedeckt sind. (Mehr über die möglichen Symptome und Komplikationen von Krätze können Sie hier nachlesen.)
Laut Infektionsschutzgesetz ist Krätze in bestimmten Fällen gegenüber dem Gesundheitsamt meldepflichtig. Wer Krätze hat, darf außerdem vorübergehend keine Gemeinschaftseinrichtungen (wie Kindergärten oder Schulen) besuchen beziehungsweise womöglich nicht dort arbeiten.
Was bedeutet „Krätze“?
Der bei Krätze mitunter quälende Juckreiz führt dazu, dass sich die Betroffenen heftig kratzen, sodass die Haut zusätzlich deutliche Kratzspuren aufweist. Dies hat auch den Namen für die Hauterkrankung geprägt: „Krätze“ bedeutet so viel wie kratzen. Gleiches gilt für den Fachbegriff „Skabies“, der sich vom lateinischen Wort „scabere“ für „kratzen“ ableitet.