Möglicher Drahtzieher
Verhaftung nach Anschlag auf israelisches Restaurant
21.05.2026 – 10:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Die US-Justiz klagt einen Iraker an, der den Anschlag auf das „Eclipse“ koordiniert haben soll. Er soll hinter einer Serie antisemitischer Taten stehen.
Nach dem Sprengstoffanschlag auf das israelische Restaurant „Eclipse“ in der Münchner Maxvorstadt hat die US-Justiz Anklage erhoben – gegen einen Mann, der nach Angaben des FBI hinter einer europaweiten Serie von fast 20 Anschlägen stecken soll. Die Vorwürfe sind bislang nicht gerichtlich bestätigt.
Bei dem Verdächtigen handelt es sich um den irakischen Staatsangehörigen Mohammad Baqer Saad Dawood Al-Saadi. Laut FBI soll er hochrangiger Funktionär der irakischen Miliz Kataib Hisbollah sein. Die Anschläge der Gruppierung „Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiya“ – kurz Hayi– soll er in Europa koordiniert haben. Al-Saadi war zuvor in der Türkei festgenommen und in die USA überstellt worden, wie der Bayerische Rundfunk (BR) und die Nachrichtenagentur Reuters berichten. Zuerst hatte der „Spiegel“ über den Fall berichtet.
Zerstörte Fenster bei Anschlag auf Restaurant
In der Nacht auf den 10. April 2026 waren bei dem Angriff auf das Restaurant in der Heßstraße Fensterscheiben zerstört worden. Verletzt wurde niemand. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Kurz danach tauchte im Internet ein mutmaßliches Bekennervideo auf: Es zeigte Drohungen auf Deutsch und Hebräisch, einen Lageplan sowie ein Bild des Restaurants.
Laut US-Anklage soll Hayi innerhalb weniger Wochen fast 20 Anschläge und Anschlagsversuche in Europa organisiert oder inspiriert haben – darunter Explosionen an Synagogen in Belgien und den Niederlanden, Brandanschläge in London sowie einen Messerangriff auf zwei jüdische Männer in Großbritannien. Die Taten seien überwiegend nachts oder in den frühen Morgenstunden verübt worden und hätten bisher keine Menschen verletzt, so das Bundesamt für Verfassungsschutz.
Verfassungsschutz beobachtet Gruppierung
Der Verfassungsschutz beobachtet Hayi seit Monaten. Hinter der Gruppierung vermutet die Behörde ein irakisch-schiitisches Netzwerk mit Verbindungen in das proiranische extremistische Milieu.
Die Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft München dauern an. Andreas Franck, Zentraler Antisemitismusbeauftragter der Bayerischen Justiz, sagte dem BR, man arbeite eng mit Sicherheitsbehörden und europäischen Partnern zusammen. Das mutmaßliche Bekennervideo sei ebenfalls Gegenstand der laufenden Untersuchungen.
Grigori Dratva, Betreiber des Restaurants „Eclipse“, sagte dem BR, die Festnahme sei ein wichtiges Signal dafür, dass Sicherheitsbehörden international zusammenarbeiten und Ergebnisse erzielen könnten. Der Angriff habe sich damit als Teil eines größeren transnationalen Zusammenhangs bestätigt.
