Böse Überraschung für Urlauber
Aktivisten nehmen Autos auf Luxusinsel ins Visier
11.08.2026 – 15:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Kaum eine deutsche Insel steht so sehr für Wohlstand und Luxus wie Sylt. Nun haben Klimaaktivisten auf der Urlaubsinsel mit einer Aktion Aufsehen erregt.
Klimaaktivisten haben auf der Nordseeinsel Sylt großen Ärger bei Urlaubern ausgelöst: In dutzenden meist hochpreisigen SUV ließen Mitglieder des sogenannten Widerstandskollektivs in der Nacht auf Dienstag die Luft aus den Reifen. Eine Polizeisprecherin sagte t-online, man gehe von knapp 50 betroffenen Autos aus.
Laut der Sprecherin waren vor allem Autos vor Hotels oder Ferienwohnungen betroffen, die Aktion richte sich daher mutmaßlich gegen Urlauber der Insel. An den Windschutzscheiben der betroffenen Wagen wurden Flyer befestigt. „Vielleicht macht Sie diese Aktion im ersten Moment wütend. Bitte nehmen Sie sie dennoch nicht persönlich. Es geht nicht um Sie als Person, sondern um die Art von Fahrzeug und den damit verbundenen Autoverkehr“, hieß es in Richtung der Autofahrer.
- Millionenschaden: Explosionen auf Sylter Luxusbaustelle
- Amt sucht Schuldigen: Jäger macht Fund in Gebirge – ein Jahr später kommen Soldaten
Die Aktivisten begründeten ihre Aktion in einem Bekennerschreiben, aus dem unter anderem die Deutsche Presse-Agentur zitiert, mit Klimaschutz: Für „viele Luxusurlauber gehört der teure Wagen zum Aufenthalt wie die Austern und das Champagnerglas“, so das Widerstandskollektiv. Für eine kleine Insel wie Sylt sei dieser „Kult“ weder notwendig noch verantwortbar. Die Herstellung, der immense Ressourcenverbrauch und der Betrieb dieser Fahrzeuge würden das Klima und die Umwelt erheblich belasten.
Aktion auf Sylt: Staatsschutz übernimmt Ermittlungen
Die Aktivisten kritisierten weiter, dass „Premiumfahrzeuge überproportional viel Raum“ beanspruchten, wie das „Hamburger Abendblatt“ aus dem Schreiben zitierte. Wer auf Sylt mit Bus, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sei, brauche für die meisten Wege „kein Statussymbol auf Rädern“.
Die Polizeisprecherin dementierte Medienberichte, wonach durch die Aktion der Aktivisten kein Straftatbestand erfüllt sei. Sie sagte lediglich: „Es handelt sich nicht um eine Sachbeschädigung im klassischen Sinne.“ Denn die Reifen seien nicht zerstochen worden, sondern es sei mithilfe einer roten Linse langsam und kontrolliert die Luft abgelassen worden. Der Staatsschutz prüfe nun, ob und welche Straftatbestände infrage kommen, so die Sprecherin.









