Sperrung durch Demo
So rüsten die Einsatzkräfte sich für das Brenner-Chaos
29.05.2026 – 15:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Kräfte des Roten Kreuzes auf Motorrädern, Stauberater mit Wasser und Spielzeug, die Polizei im Großeinsatz: Die Vorbereitungen für das mögliche Verkehrschaos wegen der Brenner-Sperre laufen.
Wegen der bevorstehenden Sperrung der Brennerautobahn gilt beim Bayerischen Rote Kreuz (BRK) Alarmstufe 1. Die Kreisverbände Rosenheim, Traunstein und Miesbach treffen Vorbereitungen für verschiedene Szenarien, die bei massiven Verkehrsproblemen eintreten könnten.
Im Mittelpunkt steht nicht nur die Notfallrettung. Auch Angebote ohne Blaulicht – etwa Hausnotruf, Essen auf Rädern und ambulante Pflege – könnten bei Staus im Verkehr beeinträchtigt werden.
13 Kilometer Stau auf A93
Bereits am Freitagmittag geriet der Verkehr auf der A93 in Richtung Süden ins Stocken. Zwischen dem Inntaldreieck und dem Grenzübergang Kiefersfelden bildete sich nach Angaben eines ADAC-Sprechers ein rund 13 Kilometer langer Stau. Autofahrer mussten demnach mit etwa einer Stunde Verzögerung rechnen.
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Sollte es am Samstag während der Brenner-Sperre zu den befürchteten Mega-Staus kommen, könnte auch die Versorgung von Autoreisenden mit Wasser und weiteren Hilfen nötig werden. Dafür seien unter anderem BRK-Motorräder vorgesehen, da sie auch bei schwieriger Verkehrslage durchkommen können. Die Lage werde fortlaufend beobachtet und bewertet. Etwaige Maßnahmen würden dann in Abstimmung mit den zuständigen Katastrophenschutzbehörden ergriffen, hieß es beim BRK.
Die Alarmstufe 1 ist die niedrigste von drei Stufen. Sie umfasst unter anderem die Überprüfung von Alarmwegen, Material und Erreichbarkeiten einzelner Einheiten.
ADAC verteilt Wasser und Spielzeug
Auch Polizei und ADAC haben sich in Stellung gebracht: Um die Lage am Reisetag bestmöglich zu beobachten und aktuell einzuordnen, ist der ADAC Südbayern mit einem Team seiner Stauberater im Einsatz. Dazu zählen drei Stauberater auf Motorrädern, ein Wagen als koordinierende Einheit und ein Staubeobachtungsflugzeug. Allerdings seien Tipps für Ausweichrouten wie sonst oft bei Staus dieses Mal wahrscheinlich nicht möglich. Wegen der Abfahrverbote bei Stau müssten Reisende in der Blechlawine ausharren, hieß beim ADAC-Südbayern. Die Stauberater hätten auch Wasser bei sich – und Spielsachen für Kinder.
Die Polizei im Süden Bayerns hat ihr Personal aufgestockt. „Wir sind mit der größtmöglichen Stärke im Dienst“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. „Unser Hauptziel ist, dass der Verkehr fließt und die Rettungsgasse freigehalten wird“ – damit im Ernstfall schnell Hilfe an den Ereignisort kommen könne. Es sei der größte Verkehrseinsatz seit Bestehen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.
Grund für die Brenner-Sperre ist eine Demonstration. Die 15.000 Bewohner des Wipptales protestieren damit gegen Lärm, Feinstaub und andere Beeinträchtigungen durch den immer weiter wachsenden Verkehr.











