Effekt des Kerosinmangels
Ticketkauf: Billig-Airline lässt Passagiere nachzahlen
Aktualisiert am 11.05.2026 – 14:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Mangel an Treibstoff treibt die Preise nach oben, manche Flüge werden ganz gestrichen. Zwei Airlines gehen mit der Situation auf fast schon kuriose Weise um.
Die spanische Fluggesellschaft Volotea hat einen Weg gefunden, Passagiere nach dem Kauf eines Flugtickets erneut zur Kasse zu bitten. Hintergrund ist der Mangel an Kerosin durch die Blockade der Straße von Hormus im Persischen Golf und die damit einhergehende Preissteigerung.
Geht die Rechnung auch in die andere Richtung?
So hat die Airline, die auch von zwölf deutschen Orten aus Flüge anbietet, ein Programm unter dem „Fair Travel Promise“ ins Leben gerufen. Eigenen Angaben nach will Volotea künftig sieben Tage vor Abflug prüfen, wie sich die Preise für Kerosin entwickelt haben. Übertreffen diese den Preis zum Zeitpunkt der Buchung, kann ein Aufschlag von bis zu 14 Euro pro Person und Strecke fällig werden. „Fair“ steht laut Volotea dafür, dass es aber auch Geld zurückgibt, wenn sich die Kosten in die andere Richtung entwickeln sollten. Allein, das scheint in der aktuellen weltpolitischen Lage ausgeschlossen.
- Analysten: Kerosinmangel trifft Lufthansa hart
- Experte: Auf welchen Flugstrecken das Kerosin zuerst ausgeht
Ist das Geschäftsgebaren von Volotea rechtens? Wer ein Ticket kauft, muss eigentlich zum vereinbarten Preis befördert werden. Nachträgliche Zuschläge sind nur in Ausnahmefällen möglich, etwa wenn sich die Rahmenbedingungen unzumutbar und unvorhersehbar verändern, erklärten die Fluggastrechte-Fachleute von „Flightright“ dem „Reisereporter“. Laut Gerichten sind Schwankungen des Kerosinpreises Teil des unternehmerischen Risikos der Airline. Und war eine Preisentwicklung absehbar, sind nachträgliche Aufschläge in der Regel nicht zulässig. Selbst Kriege gelten nicht automatisch als Rechtfertigung.
Wie Kunden mit nachträglichen Preisaufschlägen umgehen werden und ob einige Betroffene klagen, bleibt abzuwarten.
- Pilotenvereinigung warnt: Gefährliche Späße auf der Notfrequenz
Eine weitere ungewöhnliche Methode, mit dem Kerosinmangel umzugehen, hat die US-Fluggesellschaft Avelo Airlines etabliert. Nach Angaben des Branchenportals „Aerotelegraph“ wird Avelo zwischen Mai und August immer dienstags keine Flüge durchführen.
Warum das? In der Luftfahrt gilt der Dienstag als weniger nachgefragt. Sprich: Es werden weniger Tickets verkauft. Ein guter Wochentag also, um gleich ganz auf Flüge zu verzichten, so „Aerotelegraph“.









