„Nur Wanderschuhe und Stirnlampe“
19-Jähriger stürzt auf Zugspitze in den Tod – vor Augen seines Freunds
Aktualisiert am 23.05.2026Lesedauer: 2 Min.
Zwei junge Männer steigen nachts zur Zugspitze auf. Dann wird ein Schneefeld einem 19-Jährigen zum Verhängnis.
Bei einer nächtlichen Tour auf die Zugspitze ist ein 19 Jahre alter Bergsteiger tödlich verunglückt. Der Deutsche aus dem Landkreis Paderborn stürzte in der Nacht auf Freitag auf dem Klettersteig „Stopselzieher“ rund 250 Meter in die Tiefe, teilte die Tiroler Polizei am Samstag mit.
Der 19-Jährige war am 21. Mai gegen 19.30 Uhr mit einem gleichaltrigen Ukrainer von der Talstation der Zugspitzbahn in Ehrwald aufgebrochen. Die beiden wollten während des Aufstiegs den Sonnenuntergang und nach dem Erreichen des Gipfels den Sonnenaufgang beobachten.
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Nach Angaben der Polizei waren sie „lediglich mit Wanderschuhen, Stirnlampen und Grödeln“ ausgerüstet. Grödel werden über die Schuhe gezogen und funktionieren mit kleinen Stiften oder Haken unter den Sohlen ähnlich wie Schneeketten an einem Autoreifen. Allerdings geben sie bei Schnee und Eis im alpinen Gelände wesentlich weniger Halt als die üblicherweise von Bergsteigern genutzten Steigeisen. Bergsteiger führen auf entsprechenden Touren normalerweise auch einen Pickel mit sich, um einen etwaigen Sturz auf einem Schneefeld abzufangen. Ein Pickel ist eine Art „Gehstock“ mit einer spitzen Haue.
Um 3 Uhr nachts kommt es zum tödlichen Sturz
Gegen 3 Uhr in der Nacht von Freitag auf Samstag befanden sich die beiden Männer demnach etwa auf halber Strecke des Klettersteigs. Dort mussten sie ein Schneefeld queren. Dabei rutschte der vorausgehende Deutsche aus.
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Der 19-Jährige stürzte etwa 250 Meter über extrem steiles und felsiges Gelände ab. Er zog sich dabei tödliche Verletzungen zu. Sein Begleiter setzte umgehend einen Notruf ab.
Die Leiche des Deutschen kann geborgen werden
Der 19-jährige Ukrainer blieb unverletzt. Mitglieder der Bergrettung Ehrwald und die Besatzung des Notarzthubschraubers Alpine Air Ambulance Liechtenstein retteten ihn per Winde.
Den tödlich verunglückten Bergsteiger bargen ein Alpinpolizist, ein Mitglied der Bergrettung Ehrwald und das Team des Polizeihubschraubers „Libelle“. Anschließend wurde der 19-Jährige ins Tal gebracht.
Die Zugspitze ist mit knapp 3.000 Metern der höchste Berg Deutschlands. Die von den beiden jungen Männern gewählte Tour über den Klettersteig Stopselzieher gilt als kürzester und vergleichsweise leichter Anstieg und startet auf der österreichischen Seite. Er wird aktuell allerdings wie auch die anderen Anstiege nur sehr erfahrenen Alpinisten mit entsprechender Winterausrüstung empfohlen.










