Prozess um Kindesentführung

Zeuge sagt: Block gab uns Schal und Spielzeug

28.04.2026 – 12:19 UhrLesedauer: 1 Min.

Christina Block (r.) neben Anwalt Ingo Bott: Die Unternehmerin soll die Entführung ihrer eigenen Kinder beauftragt haben. (Quelle: Marcus Brandt/dpa Pool/dpa/dpa-bilder)

Ein Zeuge behauptet, Christina Block habe ihm kurz vor der Entführungsaktion Schal und Spielzeug der Kinder übergeben. Die Verteidigung bestreitet, dass dieses Treffen stattgefunden hat.

Im Hamburger Prozess gegen die Unternehmerin Christina Block hat ein israelischer Zeuge ausgesagt, Block habe ihm und weiteren Beteiligten am 28. Dezember 2023 im Hotel Grand Elysée einen Schal und Spielzeug ihrer Kinder übergeben – für die Entführung in der Silvesternacht. Blocks Verteidigung bestreitet, dass dieses Treffen je stattgefunden hat.

Der 35-Jährige gab an, bei der Aktion einer der Fahrer gewesen zu sein. Es war bereits der zweite Prozesstag, an dem der Israeli aussagte. Das Fragerecht lag am Vormittag bei den Verteidigern.

An seinem ersten Verhandlungstag am Montag hatte der Zeuge geschildert, der Chef der israelischen Sicherheitsfirma habe ihm mitgeteilt, die Kinder würden beim Vater misshandelt und die Rückholung sei legal. Heute sehe er die Aktion anders, sagte er laut Übersetzung: „Es war ein großer Fehler.“

Der Mann und drei weitere Beschuldigte aus Israel hatten sich mitten im laufenden Prozess gemeldet. Die Justiz gewährte ihnen für ihre Zeugenaussage sicheres Geleit. Nach Angaben aus dem Verfahren müssen sie zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls mit einer Anklage und einem Prozess rechnen.

Block ist angeklagt, eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihre beiden jüngsten Kinder in der Silvesternacht 2023/24 vom Wohnort ihres Ex-Manns in Dänemark nach Deutschland zu entführen. Die Kinder waren damals 10 und 13 Jahre alt. Block beteuert ihre Unschuld.

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