Kurtaxen-Check 2026
Warum Urlauber in vielen Orten jetzt deutlich mehr zahlen
28.02.2026 – 08:56 UhrLesedauer: 3 Min.
Wer in Deutschland Urlaub macht, zahlt fast überall eine zusätzliche Abgabe pro Übernachtung. 2026 greifen viele Gemeinden noch tiefer in die Tasche der Gäste – einige senken die Beiträge jedoch überraschend.
Rund jeder sechste Ort in Deutschland verlangt mehr Kurtaxe als im Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt das Reiseportal HolidayCheck, das die Kurtaxen in mehr als 390 deutschen Städten und Gemeinden miteinander verglichen hat.
Viele Reisende bemerken die sogenannte Kurtaxe – auch Bettensteuer, Tourismusabgabe oder Kurbeitrag genannt – erst bei der Endabrechnung. Gerade bei einer Woche Urlaub summiert sich der Betrag schnell. Für ein Paar können so mehr als 70 Euro zusätzlich anfallen, für Familien noch deutlich mehr, so das Reiseportal in einer Pressemitteilung.
Die Unterschiede fallen erheblich aus. Am teuersten bleibt die Nordseeküste. Auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog zahlen Erwachsene in der Hauptsaison zwischen März und Ende Oktober 5,50 Euro pro Nacht. In der Nebensaison verlangt die Gemeinde 2,20 Euro. Damit führt Spiekeroog wie im Vorjahr die Liste an.
Auch Wiesbaden und Hürtgenwald überschreiten inzwischen die Marke von fünf Euro. In Langeoog zahlen Gäste 4,95 Euro pro Nacht, auf Wangerooge und Norderney jeweils 4,90 Euro. Juist und Borkum verlangen 4,80 Euro in der Hauptsaison.
Am anderen Ende der Skala liegt Lindenfels. Dort bleibt es 2026 bei 25 Cent pro Übernachtung – der niedrigste Wert im Vergleich. Auch Eckenhagen, Lörrach, Grasellenbach und Nümbrecht erheben weiterhin weniger als einen Euro pro Nacht.
Insgesamt haben über 60 der untersuchten Gemeinden ihre Beiträge angehoben. Besonders stark fällt die Erhöhung in Wolfegg im Allgäu aus. Seit April 2025 verlangt die Gemeinde 1,90 Euro statt zuvor 80 Cent. Das entspricht einem Plus von 137,5 Prozent.
Bad Arolsen verdoppelt den Beitrag von einem Euro auf zwei Euro. Bad Mergentheim erhöht von 1,90 Euro auf 3,50 Euro, was einem Anstieg von 84 Prozent entspricht. Bad Salzig verlangt seit dem 1. Juli 2025 2,50 Euro statt zuvor 1,50 Euro – ein Plus von 67 Prozent.
Auch bekannte Urlaubsorte ziehen nach. Oberstdorf fordert nun 4,70 Euro, nachdem Gäste im vergangenen Jahr noch 3,80 Euro zahlten. Das entspricht einem Anstieg von 24 Prozent. In Baden-Baden steigt die Kurtaxe auf 4,50 Euro, 70 Cent mehr als zuvor, also 18 Prozent.
Einige Gemeinden gehen den umgekehrten Weg. Waren (Müritz) senkt die Kurtaxe von 2,70 Euro auf 2,50 Euro. Das entspricht einem Minus von sieben Prozent. Auch Zinnowitz auf Usedom reduziert den Beitrag von 4,20 Euro auf 3,70 Euro, also um 12 Prozent. In den bisherigen 4,20 Euro war der Busverkehr der UBB enthalten, künftig rechnen die Verantwortlichen diesen separat ab.











