Für Unternehmen können Anleihen eine lohnende Alternative zum Bankkredit oder zur Ausgabe von Aktien sein. Das ist dann der Fall, wenn ein Kredit bei der Bank nur schwer oder zu teuren Konditionen zu bekommen ist, oder das Unternehmen keine Aktiengesellschaft ist.
Wie viel Rendite bringen Firmenanleihen?
Mit Unternehmensanleihen können Sie eine höhere Rendite erzielen als mit Staatsanleihen. Das liegt daran, dass das Ausfallrisiko bei Firmen höher ist (mehr zu den Risiken siehe unten). Lesen Sie hier, wie Sie Staatsanleihen kaufen können.
Zahlt das Unternehmen zuverlässig die versprochenen Zinsen und gibt Ihnen am Ende der Laufzeit Ihr Geld zurück, können Sie mitunter einen ansehnlichen Gewinn einstreichen.
Wie hoch der genau ausfällt, hängt stark vom Rating des Emittenten ab. Denn die Bonität eines Unternehmens beeinflusst den Zinssatz. Dabei gilt: Je besser das Rating, desto geringer das Ausfallrisiko und desto geringer aber auch die Rendite. Wer hingegen Anleihen von bonitätsschwachen Schuldnern – sogenannte High-Yield-Bonds – kauft, kann mit mehr Rendite rechnen. Hier ist aber eben auch das Ausfallrisiko oft größer.
Das Renditeniveau von Unternehmensanleihen hängt zudem stark vom allgemeinen Zinsumfeld ab. Nach dem Ende der langen Niedrigzinsphase bewegt sich der EZB-Einlagensatz aktuell bei 2,5 Prozent (Stand: September 2026). Entsprechend werfen auch bonitätsstarke Unternehmensanleihen wieder spürbare Zinsen ab.
Wie sicher sind Unternehmensanleihen?
Unternehmensanleihen bringen verschiedene Risiken mit sich. Das wohl wichtigste: Bei Anleihen gibt es keinen Einlagenschutz. Wird das Unternehmen zahlungsunfähig, droht theoretisch ein Totalverlust des investierten Geldes. Oft erhalten Anleger im Insolvenzverfahren aber zumindest einen Teil wieder zurück.
Darüber hinaus können die Kurse von Unternehmensanleihen während der Laufzeit schwanken – beeinflusst etwa von der allgemeinen Wirtschaftslage, aber auch Entwicklungen im Unternehmen selbst. Dieses Kursrisiko ist umso höher, je länger die Laufzeit bis zur Fälligkeit ist.
Allerdings steckt darin auch eine Chance: Wenn die Kurse zwischenzeitlich zulegen, könnte es sich die lohnen, die Unternehmensanleihen noch während der Laufzeit zu verkaufen, um eine zusätzliche Rendite zu erzielen.
- Anleihe in Aktie tauschen: So funktionieren Wandelanleihen
Das wiederum funktioniert dann besser, wenn die Bonität des Unternehmens gut und das Emissionsvolumen hoch sind. Dann dürfte die Firma beständig liquide sein, sodass Sie Ihre Anteile jederzeit verkaufen können. Andernfalls besteht ein Liquiditätsrisiko – und Sie müssen womöglich zu schlechteren Konditionen verkaufen, um die Papiere überhaupt loszuwerden.
