Körper genau beobachten
Medikamente können bei Hitze ihre Wirkung verändern
Aktualisiert am 19.06.2026 – 13:51 UhrLesedauer: 3 Min.
Hohe Temperaturen können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Welche Risiken Hitzeperioden bergen und worauf Betroffene achten sollten.
An heißen Sommertagen arbeitet der Körper auf Hochtouren, um sich vor Überhitzung zu schützen. Die Blutgefäße weiten sich, die Haut wird stärker durchblutet und durch Schwitzen geht mehr Flüssigkeit verloren. Das kann dazu führen, dass Medikamente anders wirken als gewohnt – manchmal stärker, manchmal schwächer. Wer regelmäßig Arzneimittel einnimmt, sollte daher während längerer Hitzephasen besonders aufmerksam sein und mögliche Risiken mit dem Arzt besprechen.
Beispiel 1: Wirkstoffpflaster können zur Überdosierung führen
Schmerz- oder Hormonpflaster geben ihre Wirkstoffe über die Haut an den Körper ab. An heißen Tagen wird die Haut jedoch stärker durchblutet. Dadurch kann mehr Wirkstoff in den Körper übergehen als sonst und das Risiko einer Überdosierung erhöhen.
Besonders kritisch ist das bei opioidhaltigen Schmerzpflastern: Nimmt die Haut mehr Wirkstoff auf, kann das im Extremfall die Atmung lebensbedrohlich verlangsamen.
Beispiel 2: Entwässernde Tabletten fördern Flüssigkeitsverlust
Entwässernde Medikamente (Diuretika) werden häufig bei Bluthochdruck oder bei Herzschwäche eingesetzt. Sie sorgen dafür, dass der Körper mehr Flüssigkeit ausscheidet.
An heißen Tagen kann das problematisch werden: Durch starkes Schwitzen verliert der Körper ohnehin mehr Wasser, sodass der Körper durch die Medikamente womöglich rascher austrocknet. Mögliche Warnzeichen sind unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel und Konzentrationsstörungen.
Um den Flüssigkeitshaushalt im Blick zu behalten, kann es für Betroffene ratsam sein, sich während einer Hitzewelle täglich zu wiegen. Nimmt das Körpergewicht von Tag zu Tag ab, kann das auf einen Flüssigkeitsverlust hindeuten.
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Beispiel 3: Insulin wirkt schneller
Auch Menschen mit Diabetes sollten bei Hitze vorsichtig sein. Wird das Hormon Insulin in eine stärker durchblutete Haut gespritzt, kann es schneller wirken als gewohnt.
Dadurch steigt das Risiko für Unterzuckerungen. Tückisch dabei: Typische Anzeichen wie Schwitzen, Müdigkeit oder Erschöpfung werden leicht mit den Folgen der Hitze verwechselt. Diabetiker sollten ihre Blutzuckerwerte deshalb an heißen Tagen häufiger kontrollieren.
Außerdem verträgt das Hormon hohe Temperaturen schlecht. Insulin-Pens sollten daher nicht in der prallen Sonne liegen oder längere Zeit Temperaturen über 30 Grad ausgesetzt sein. Verfärbtes oder ausgeflocktes Insulin sollte nicht mehr verwendet werden.
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Manche Medikamente erschweren die Abkühlung
Bestimmte Arzneimittel beeinflussen zudem die Fähigkeit des Körpers, Wärme abzugeben. Dazu zählen unter anderem einige Antidepressiva, Antipsychotika oder Antihistaminika. Sie können das Schwitzen vermindern oder die Temperaturregulation stören. Dadurch steigt das Risiko für Hitzeschäden.
Darüber hinaus dämpfen manche Medikamente das Durstgefühl oder machen müde und benommen. Betroffene bemerken dann möglicherweise nicht rechtzeitig, dass ihr Körper mehr Flüssigkeit benötigt.









