Teslas größter Fehler
Genau das – der Sinn für „making money“ – fehlte Tesla. Er war Autodidakt und entwickelte seine Maschinen vollständig im Kopf. Überlieferungen zufolge berechnete er ihre Funktionsweise so präzise, dass viele seiner Konstruktionen ohne jahrelange Versuchsreihen funktionierten.
Als Tesla 1884 für Edison arbeitete, versprach ihm dieser angeblich eine Prämie von 50.000 Dollar, sollte er die problematischen Gleichstrom-Dynamos entscheidend verbessern. Tesla arbeitete monatelang Tag und Nacht, konstruierte das System praktisch neu und sparte der Firma erhebliche Kosten.
Als er schließlich nach der versprochenen Prämie fragte, soll Edison nur gelacht haben. Stattdessen bot er Tesla eine kleine Gehaltserhöhung an. Tief enttäuscht kündigte Tesla. Kurz darauf war er so mittellos, dass er zeitweise als Grabenarbeiter Stromkabel verlegte.
Doch das Schicksal meinte es noch einmal gut mit ihm. 1888 erkannte der Industrielle George Westinghouse das Potenzial von Teslas Wechselstromsystem und kaufte ihm dessen Patente ab. Der Deal befreite Tesla nicht nur aus seiner finanziellen Not, sondern legte zugleich den Grundstein für den späteren Stromkrieg gegen Edison.
Der Stromkrieg
Tesla entwickelte den Elektromotor zwar nicht neu, brachte ihn mit seinem Wechselstrom-Induktionsmotor mit Unterstützung des Industriellen Westinghouse jedoch entscheidend weiter. Vor allem machte sein System erstmals den effizienten Transport elektrischer Energie über große Entfernungen möglich.
Edison setzte dagegen auf Gleichstrom. Der funktionierte zwar zuverlässig, ließ sich aber kaum über weite Strecken übertragen. Damit begann einer der wohl bekanntesten Technologiekonflikte der Geschichte – der sogenannte Stromkrieg (englisch: War of the Currents). Wirtschaftshistorisch war es primär ein Krieg zwischen Edisons General Electric und der Westinghouse Electric Company.
Edison reagierte mit einer beispiellosen Schmutzkampagne. Um den Wechselstrom als lebensgefährlich darzustellen, ließ er öffentlich Tiere – darunter Hunde, Pferde, Kälber und später angeblich auch die Elefantenkuh Topsy – mit Wechselstrom töten.
Zudem unterstützte er die Entwicklung des ersten elektrischen Stuhls und setzte sich dafür ein, dass dieser mit Wechselstrom betrieben wurde. Die Bevölkerung sollte die neue Technik dauerhaft mit dem Tod verbinden. Sogar den Begriff „westinghousen“ brachte Edison als Synonym für eine Hinrichtung ins Spiel.
Und der Gewinner heißt …
Am Ende setzte sich dennoch der Wechselstrom durch. Den entscheidenden Durchbruch brachte die Weltausstellung World’s Columbian Exposition 1893 in Chicago. Westinghouse erhielt den Auftrag, das riesige Ausstellungsgelände mit Teslas Technik zu beleuchten – günstiger und effizienter als die Konkurrenz.











