61 Sorten im Test
Aldi, Kaufland und Netto überzeugen mit ihrem Speiseeis
01.08.2026 – 08:56 UhrLesedauer: 3 Min.
Vanille, Cookie Dough oder Schwarzwälder Kirsch: Die DLG hat Speiseeis getestet. Eigenmarken von Aldi, Norma und Netto schlugen dabei fast alle Markenprodukte.
Mitten in der Speiseeissaison hat die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) in ihrer internationalen Lebensmittelprüfung 61 verschiedene Sorten untersucht. Viele günstige Eigenmarken konnten die Tester überzeugen.
Für ihre Auswertung beurteilten DLG-Experten den Geschmack, den Geruch, das Aussehen und die Konsistenz des Eises. Parallel überprüften Fachleute die Verpackung und die Deklaration. Ein Partnerlabor analysierte die Produkte mikrobiologisch, chemisch und physikalisch. Um eine objektive Beurteilung zu ermöglichen, wurde das Eis anonymisiert.
Das Ergebnis: 51 Produkte erhielten die Bestnote „Geprüfte Qualität in Gold“. Sie konnten die Tester in allen Kategorien überzeugen. Zwölf Produkte erhielten Silber.
Norma räumt 24 Gold-Preise ab
Zu den Gold-Prämierten zählen 24 Produkte der Norma-Eigenmarke RIVA. Darunter „RIVA Bourbon Vanille“-Eis, „Cookie Dough“ oder „Double Trouble“. 11 Produkte von Netto Marken-Discount erhielten ebenfalls Gold (etwa die „Ice Fantasy“-Stieleis-Reihe, die „Romanza“-Familienpackungen). Auch bei Aldi (Nord/Süd) wurden Eisprodukte prämiert. Darunter die Mucci „My Moments Schwarzwälder Kirsch“, die Mucci „Selection Bourbon Vanilleeis“ und das Mucci Stieleis „Sensation Mini“. Kaufland ist mit vier Produkten der Eigenmarke „K-Classic“ vertreten, darunter das „Il Meglio Pfirsich-Melba“ und das Stieleis „Thunderbird“.
Unter den 51 Gold-Preisträgern findet sich lediglich ein klassisches Markenprodukt: das „Extrème Vanille Waffelhörnchen“ von Froneri. Froneri ist unter anderem für die Marke Schöller bekannt.
Aussagekräftiges Ranking?
Verbraucher sollten beachten, dass die DLG-Prüfung im Gegensatz zu Stiftung Warentest oder Öko-Test freiwillig ist. Das heißt, dass Hersteller ihre Produkte selbst anmelden und eine Gebühr von 520 Euro pro Sorte zahlen müssen. Dass ein Produkt nicht auf der Preisträgerliste steht, bedeutet also nicht automatisch, dass es schlechter ist. Es wurde möglicherweise schlicht nicht eingereicht.
Auch die Verbraucherzentrale Hamburg bewertet das DLG-Siegel als wenig aussagekräftig. „Das Siegel geht in der Regel nicht über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus“, erklärt Jana Fischer, Referentin Abteilung Lebensmittel und Ernährung, auf Nachfrage von t-online. Es berücksichtige nicht die strengen Anforderungen eines Bio-Siegels oder des bekannten Fairtrade-Siegels an eine umweltfreundliche, sozialverträgliche Produktion.
Foodwatch bewertet hingegen die Siegelflut im Supermarkt als kritisch. Für Verbraucher sei es schwer zu bewerten, welches seriös und welches nur ein leeres Werbeversprechen ist. „Das DLG-Siegel ist eins von Dutzenden privaten Siegeln auf Lebensmitteln. Die Branche vergibt es sich selbst“, merkt die Organisation auf Nachfrage von t-online an. Das Zeichen diene vorwiegend der Absatzförderung und somit Werbezwecken. „Zehntausende Produkte sind damit gekennzeichnet – für die Verbraucher und Verbraucherinnen ist die Aussagekraft entsprechend gering.“
Prämierte Produkte
Wer dennoch testen möchte, ob die Produkte zumindest sensorisch überzeugen können, kann diese prämierten Produkte testen:
- Mucci „My Moments Schwarzwälder Kirsch“, 900 ml
- Mucci „My Moments Banana Split“, 900 ml
- Mucci „Selection Bourbon Vanilleeis“, 1.000 ml
- Mucci „Selection Walnuss“, 1.000 ml
- Mucci „Sensation Stieleis Mandel“, 6 x 100 ml











